Zurück zum Fortschritt

Mit seiner auffälligen Lackierung in der Farbe Topaz Metallic zieht der Testwagen die Blicke der Passanten auf sich. Kaum eine Fußgänger-Ampel an der die gefällige Front, mit der Kombination aus dem unvermeidbaren LED-Tagfahrlicht und der Karosse in einem Grün-Gold-Metallic, nicht die Blicke der Passanten auf sich zieht.

Alles richtig gemacht? Fühlen wir dem neuen Kompakten aus Japan mal auf den Zahn:

HONDA CIVIC i-DTEC 150PS

Egal woher man kommt, in einer Fahrzeugklasse auf Käufersuche zu gehen, die nach dem Wolfsburger Klassenprimus benannt wurde, ist keine leichte Aufgabe. Der neue Civic will mit weniger Space, dafür mit mehr Qualität im umbauten Raum punkten. Der Testwagen kam in der besonders gut ausgestatteten Executive-Version zum Test und hatte unter der flachen Haube, den aus anderen Modellen der Japaner, bekannten 2.2 Liter 4-Zylinder Dieselmotor mit 150PS.

Die Vorgänger-Generation des kompakten Civic war sehr modern gestaltet, für manch einen möglichen Käufer eventuell sogar schlicht zu modern.  Aus dieser Vorliebe für behutsame Design-Evolutionen der deutschen Kompaktwagen-Käufern, haben die Honda-Verantwortlichen gelernt und der nun 9.ten Generation des Civic nun die Gestaltung als Dienstwagen von Captain Future erspart.

An der Front dominiert eine kräftige Querspange das Gesicht, unterstützt durch eine Keilform und interessiert dreinschauenden Xenon-Scheinwerfern. Die großen Kühlluft-Öffnungen in der unteren Stoßstangen-Hälfte wurden links und rechts mit dem allgegenwärtigen LED-Tagfahrlicht bedacht.

Die Seitenlinie des Civic spricht eine klare Sprache – nur keine Experimente mit unnötigen Sicken und Kanten. Einzig die Radhäuser werden mit einer leichten Linie optisch verstärkt. Am Heck dominieren die Rückleuchten. Ausgeformt als Heckspoiler und verbunden durch das dritte Bremslicht wirken die roten LED-Leuchten am Heck sehr dominant.

Übernommen hat HONDA leider auch in der 9.ten Generation die zweigeteilte Heckscheibe, die im oberen Teil sehr flach und im unteren kleinen Teil den steilen Heckabschluss mit formt. Wäre diese Einschränkung nicht, würde man dem Civic eine gute Rundumsicht bestätigen können

Generell ist der Innenraum des neuen Civic eine besonders freudige Überraschung. Mit dem auf der IAA 2011 zum ersten Mal präsentierten HONDA CIVIC kehrt Honda zurück in die Liga der Wohlfühl-Fahrzeug Hersteller.  Neben der Verarbeitung auf hohem Niveau ist nun endlich auch die Zeit der billigen Plastikbauteile vorbei. Das Armaturenbrett und alle anderen Berührungspunkte  überzeugen neben völliger Klapper- und Knarzfreiheit mit einer haptischen Qualität die man allgemein mit “Premium” umschreiben will.

Alles richtig gemacht?

Nicht ganz. So ist der gefahrene 2.2 Liter Vierzylinder Dieselmotor mit 150PS ein alter Bekannter und moderne Benzin-Motoren mit Turboaufladung fehlen vollständig. Auch eine Hybrid-Version ist derzeit nicht angekündigt.  Und von einem modernen Automatik-Getriebe mit Doppelkupplung ist bislang auch nichts bekannt.

Der 150PS Dieselmotor ist jedoch – trotz seines Alters – ein echter Wonnebrocken. Kräftig und in allen Lebenslagen ein ausgewogener Motor, dessen lange Karriere zu einer überzeugenden Reife geführt hat.  Zumal der gute Schallschutz im neuen Civic dazu führt, das man am Stadt-Tempo kaum noch akustische Notiz vom 350Nm Triebwerk nehmen kann.  Und das man einen Dieselmotor fährt, lässt sich auch beim Tanken nur selten fest stellen. Im Test war es kaum möglich, einen Verbrauch von über 6 Liter ja 100 Kilometer durch zu halten.  Und so erfüllt der “eigentlich alte” Dieselmotor seine Rolle als Vorzeige-Antrieb erfolgreich.

Als Getriebe wird derzeit nur ein 6-Gang Schaltgetriebe angeboten – ein Mangel an Optionen, der vom Getriebe durch vorbildliche Bedienbarkeit aufgewogen werden will. Knackig. Perfekt gestuft. Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Was der Civic hier anbietet, lässt den Klassenprimus von BMW in einem neuen Licht erscheinen. Dachte man doch immer, ein perfektes Handschaltgetriebe könnte nur aus München kommen.

Zu diesem fast schon beängstigend perfekt arrangierten Motor- und Getriebe-Package gesellt sich eine überzeugende Fahrwerksabstimmung.  Verbindlich in der Mitteilung, verlässlich in der Ausführung – ambitioniert in der Leistung.

HONDA hat mit der 9.ten Generation des Civic, dank der Kombination aus kraftvollem Diesel, knackigem Getriebe und talentiertem Fahrwerk, einen völlig unerwarteten Mitbewerber in die Klasse der Premium- Kompakten geschickt.

 

Da verwundert dann auch nicht: Der gefahrene Testwagen hatte, in der vollständigen Ausstattung, auch einen Premium-Preis: 35.240€

Autor: Bjoern Habegger | mein-auto-blog.de | April 2012

 

 

24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2012 [+ Video]

Es war angerichtet: tagsüber blendender Sonnenschein und 235.000 Zuschauer an der Strecke. Da wollten die angetretenen Teams nicht nachstecken und sorgten mit einem extrem kurzweiligen Rennverlauf und rekordverdächtigen 30 Führungswechselm für ein Motorsport-Wochenende, wie es besser nicht sein kann. Marc Basseng , Christopher Haase, Frank Stippler  und Markus Winkelhock besorgten im R8 LMS ultra für Audis langersehnten Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. [Weiterlesen...]

Porsche Macan 2014: Vorschau

Was muss das für einen Aufschrei gegeben haben, damals als Porsche mit 924 (1976), 928 (1977) und 944 (1981) plötzlich auf Frontmotoren setzte. Das Gewitter der Entrüstung hält noch bis heute vor. Und nach wie vor nehmen Hardcore-Fans und allzu Gestrige die Transaxle-Porsches aus grauer Vorzeit nicht als echte Porsche-Modelle wahr.

Einen ähnlichen Aufschrei gab es, als Porsche mit dem 996 von traditioneller Luftkühlung und moderne(re) Wasserkühlung setzte.

2002 hatten Porsches Jünger dann endlich einen weiteren Skandal zu feiern: mit dem Cayenne schickte Porsche erstmals ein SUV ins Rennen um die Käufergunst. Der Rest ist Geschichte: ohne den Cayenne wäre Porsche nicht da, wo sie heute sind. Der Cayenne machte 2011 weit über 30% der Porsche-Verkäufe aus und löst langsam aber sicher eine regelrechte SUV-Euphorie in der Post-Sportwagenära aus. So denken unter anderem Lamborghini, Bentley und Maserati laut über die Einführung renditeversprechender SUV nach. [Weiterlesen...]

Neuer Partner: Interview mit Thorsten Brodda von Philips Automotive Lighting

Seit wenigen Wochen wird das Automobil-Blog von Philips Automotive Lighting unterstützt. Das Unternehmen hat sich auf automobile Beleuchtung, also LED-Tagfahrlichter, Halogen- und Xenonbeleuchtung etc. spezialisiert. [Weiterlesen...]

Vorstellung BMW 3er Touring 2012

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Vorstellung: BMW 1er Dreitürer

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Fahrbericht: BMW 116i (F20)

BMW 116i (F20): Fahrbericht

Ein aufgebrochenes und um einen Airbag erleichtertes Auto bescherten mir jetzt eine ausgiebige Probefahrt mit dem neuen BMW 1er. Und  immerhin sicherten Toto und Harry höchstpersönlich ein sehr netter Kollege von Toto und Harry vom Polizeipräsidium Bochum die Spuren am Tatort. [Weiterlesen...]

Motor-Talk bläst zum Angriff

Europas größte Auto-Community “Motor-Talk” schickt sich an, den redaktionellen Auto-Portalen im Netz das Leben noch schwerer zu machen und zum Online-Vollsortimenter zu avancieren. Bereits seit Längerem existiert auf dem Portal, das einst als schnödes Forum angefangen hatte, ein Magazin-, News- und Blog-Bereich, der zu einem großen Teil mit Fremdinhalten bestückt wurde. Vor Kurzem dann gab es einen Relaunch mit dem Ergebnis, dass User-Inhalte (die eigentliche Daseinsberechtigung?) optisch noch weiter in den Hintergrund rückten – zugunsten einer sehr, sehr magazinigen und durchaus schicken Struktur mit oppulenter Aufmacher-Box. [Weiterlesen...]

Social Media reloaded? Opel bringt “Opel-Blog” an den Start

Opel-Blog

Eigentlich ist Opel im Social Web zuhause. Oder war es – immer mal wieder. 2006 und 2007 machte die Marke aus Rüsselsheim mit einigen gelungenen Social-Media-Aktionen (damals firmierten diese noch unter dem wenig attraktiven Sammelbegriff “Web 2.0″) auf sich aufmerksam. Ich hatte das Glück, damals im Opel-Marketing meine Diplomarbeit schreiben zu dürfen und hatte das Gefühl, dass da richtig was gehen könnte, dass Opel auf dem richtigen Weg sei. Ich erinnere mich, dass Opel/GM Europe bereits 2007 erstmals Blogger zur IAA einlud und ihnen unter anderem die Möglichkeit gab, den damaligen GM-Vize Bob Lutz zu sprechen, oder ich mit Opel-Manager Keith Childs per Twitter diskutierte – kurz: dass Opel Social Media im Allgemeinen und Blogger im Speziellen als einer der allerersten Automobilhersteller überhaupt wirklich ernst nahm.

Dann aber mehr oder minder Funkstelle in den sozialen Kanälen. [Weiterlesen...]

Porsche Panamera S Hybrid im Fahrbericht

Schön. Schnell. Sportlich. Sparsam? Sollte es möglich sein, einen Gran Tourismo anzubieten, der sowohl den Wunsch nach Größe und Luxus erfüllt, als auch das Verlangen nach Sportlichkeit, Eleganz und Effizienz? Der Porsche Panamera S Hybrid im Fahrbericht:

Mit dem Porsche Panamera S Hybrid durch das Umland am Sachsenring.

Nein, von hinten kann man dem Porsche Panamera noch immer nicht die hohen Weihen des eleganten und sportlichen Fahrzeug-Designs verleihen. Zu plump geriet das Hinterteil des Gran Tourismo. Was sich jedoch herzlich gut verschmerzen lässt, hat man erst ein Mal Platz genommen hinter dem Lenkrad des großen Porsche. 4 Erwachsene reisen im Zuffenhausener GT mit dem Komfort der First-Class von Lufthansa und dem Speed eines Transrapid.

Wer von einer normalen Limousine der Oberklasse in den Porsche Panamera einsteigt, kommt nicht umhin die wundervolle Welt der perfekten Sitz-Ergonomie des großen Porsche bereits in der Sekunde des ersten Lederkontaktes zu würdigen. Zigfache Verstellmöglichkeiten für Lenkrad und Sitzmöbel geben jeder Fahrerstatur die Chance auf eine perfekte Adaption des Fahrerplatzes an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.  Wer auf einem der beiden Sitzplätze in der zweiten Reihe Platz nimmt, verpasst die wunderbare Porsche-Welt aus der Fahrer-Perspektive, ist jedoch mit dieser Einschränkung bereits durch mit allen Nachteilen.  Über Ellenbogenfreiheit, Kopffreiheit und Oberschenkel-Auflage der Rücksitze diskutieren zu wollen, entspräche der Diskussion über die Tauglichkeit des St. Andrews Old Course als Golfplatz.

Auf Bedarf, immer zum Sprung bereit!

Willkommen in der Oberliga. 

Unser Panamera S Hybrid Testwagen war in der Version “volle Hütte” zum Test angetreten.  Leder soweit die Hände fassen, die Nase riechen und die Hände tasten können. Kombiniert in der edlen Perfektion, die klare Kunde überbringt vom Reifegrad der Automobilen-Perfektion in Stuttgart-Zuffenhausen.

Doch bei Porsche überlässt man die Eindrücke vom Fahrzeug nicht nur den subjektiven Gütemessern in Form von haptischen Erlebnissen der Besatzung, sondern evolutioniert mit jedem Modelljahr die technische Reife der, in der Theorie schlicht unbegreifbaren, Faszination “Porsche”.  Nicht alles was technisch machbar ist, muss sinnvoll und zielführend sein. Was technisch Zielführend ist, wird bei Porsche jedoch auch machbar und für den Käufer eines Panamera wurde nicht schlicht ein e-Motor in Addition zum Benzinmotor summiert, sondern das gesamte Package für einen “Hybrid” nach Porsche-Format angepasst.

Parallel-Vollhybrid.

Der 3 Liter V6-Motor unter der mächtigen vorderen Haube wird durch einen Kompressor beatmet und würde alleine mit 333Ps und 440Nm auftrumpfen. Als Parallel-Vollhybrid ist der Panamera S Hybrid in der Lage, auch rein elektrisch zu fahren. Damit dies bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 85 km/h und einer Reichweite von bis zu 2 km funktioniert, kommt ein 47PS starker Elektromotor mit einer Kraft von 300Nm zum Einsatz. In Kombination erreicht der Panamera S Hybrid damit eine Leistung von 380PS und 580NM – verbrauch im Euro-NEFZ Meßverfahren jedoch nur 7,1l auf 100km.

Effizienz im Alltag.

Der genormte Meßzyklus ist derzeit für den Deutschen Autofahrer eher eine theoretische Dimension. Umso überraschender scheint die Tatsache, dass es uns gelungen ist  auf einer Landstraßen-Etappe über 30km einen Verbrauchs-Mittel von unter 8,5 Litern zu erreichen.  Mitverantwortlich ist dabei der niedrige cW-Wert von nur 0,29.

Sport im Alltag.

Eine Porsche Panamera Hybrid S ist aufgrund seines doch immensen Leergewichtes von knapp 2 Tonnen kein Langeweiler, aber er animiert auch nicht ständig zu Spurts und Sprint-Attacken zwischen 2 Kurven. Da gibt es im Porsche-Programm Fahrzeuge die bereits im Motoren-Sound die größere Sport-Lust transportieren.  Der “Dicke” erledigt den Standard-Sprint auf Tempo 100 dennoch in beachtlichen 6 Sekunden und verwandelt sich auf Wunsch zu einem tief fliegenden Business-Jet mit Tempo 270 auf der geeigneten Autobahn.

Mittelkonsole - Knöpfchen-Paradies. Nur im ersten Moment zuviel.

Mittelkonsole - Knöpfchen-Paradies. Nur im ersten Moment zuviel.

Facts:

Perfektion kostet Geld. Den Preis – wert? Das entscheidet jeder für sich.

Wobei der Basis-Preis von 106.291€ nur selten als Endpreis auf der Rechnung stehen dürfte – im Gegenteil, die Aufpreisliste von Porsche ist die vermutlich süßeste Versuchung seit dem es die Möglichkeit zur Individualisierung von Automobilen gibt.

 

 

Autor: Bjoern Habegger | mein-auto-blog.de | Mai 2012