Die Geschichte der Traditionsmarke Opel beginnt 1862 mit dem wenig faszinierenden Bau von Nähmaschinen. Ab 1911 konzentrierte sich Firmengründer Adam Opel auf die Produktion von Fahrrädern und Motorwagen. Die erste Opel-Eigenkonstruktion, der mit einem 1,9-Liter-Zweizylinder-Benzinmotor ausgestattete 10/12 PS, wurde 1902 produziert.
Am 3. Dezember 1928 verkauften die Söhne von Opel-Gründer Adam Opel Wilhelm von Opel und sein Bruder Friedrich Opel zunächst 80 Prozent der Unternehmensanteile an den amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM). In den Wehen der Weltwirtschaftskrise übernahm GM kurze Zeit später die restlichen 20 Prozent.
In den 60er und 70er Jahren erlebte die Marke Opel als zweitgrößter Automobilhersteller Deutschlands ihre beste Zeit. In den 80er Jahren jedoch begann der Abstieg, der von Qualitätsproblemen und dramatisch sinkenden Marktanteilen gekennzeichnet ist. Das US-Management der Mutter General Motors steht seitdem immer wieder in der Kritik. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2009 und des drohenden Untergangs des GM-Konzerns schien das Kapitel der US-amerikanischen Vorherrschaft beendet zu sein. Überraschend jedoch behielt die GM die Marke Opel und zahlte die von der deutschen Bundesregierung gezahlten Staatshilfen wieder zurück.
Heute scheint Opel mit einem gestärkten Markenprofil und einem modernen Produktportfolio auf einem guten Weg zurück zu alter und vergessener Stärke.
Auch wenn manch einer ob der erfolgreichen Reanimation des
Opel punktet dieser Tage mit einem spektakulären Marketing-Stunt und gibt ab sofort eine „lebenslange Garantie“ auf Neuwagen. Sie gilt für Ersthalter von neu zugelassenen Pkw-Modellen der Marke bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometern und richtet sich sowohl an Privatkunden als auch an Kunden mit kleinen Flotten. Damit überbieten die Rüsselsheimer zumindest gefühlt den aktuellen Garantie-Tabellenführer Kia, der mit seiner 7-Jahre Herstellergarantie bis dato an der Spitze lag.
Im nordrhein-westfälischen Landtag wird gestritten: Während die FDP der Meinung ist, eine erneute Finanzspritze für Opel werde man nicht in Kauf nehmen, vorher solle der Standort Bochum an personellen Ressourcen schrauben, bilden CDU, SPD, Grüne und Linke eine Opel-Koalition und halten zu dem Autobauer. Auch künftig würde es Staatshilfen geben, wenn es nach diesen Parteien geht. Nachdem der Mutterkonzern General Motors (GM) allerdings wieder finanzstärker ist, empfände es die FDP als „aberwitzig“, hier Geld zu investieren.
Enttäuschung machte sich breit, als die Finanzhilfen für General Motors aus Deutschlandfonds abgelehnt wurden. Dafür war vor allem die Freude der Opel-Mitarbeiter über die Hilfen aus Großbritannien, Spanien und Polen umso größer.










