
GM Europa Chef Carl-Peter Forster nimmt auf dem GM Europa Blog Stellung zu der Entwicklung des Chevrolet Volts und die mögliche Markteinführung in Europa. Opel wird die erste Marke sein, die Fahrzeuge mit Elektoantrieb ab 2011 in Europa verkaufen wird. Doch die Aussage: “Opel bringt Elektroauto” wäre nicht ganz richtig…
Der Chevrolet Volt ist ein “extended range electric vehicle”, ein “EREV”. Frei übersetzt also ein Elektrofahrzeug mit Reichweitenverlängerung. Diese EREV Technik hat GM auch auf der IAA 2007 mit seiner Flextreme Studie vorgestellt.

Das Fahrzeug fährt elektisch, gespeist von einer Lithium-Ionen Batterie. Bei Bedarf kann dann während der Fahrt ein Verbrennungsmotor gestartet werden, der einen Generator betreibt und so die nötige Energie für den weiteren Elektrobetrieb bereitstellt, sowie die Batterie wieder auflädt. Zusätzlich sollen die Fahrzeuge mit der “Plug-In” Technologie ausgestattet werden. Dies bedeutet: Wagen z.B. über Nacht an eine Steckdose stöpseln und Batterie aufladen.
Verbrennungsmotoren als reine Stromerzeuger einzusetzen ist kein neues Konzept. Die riesige Muldenkipper in Steinbrüchen fahren ebenfalls mit dieser Verbrennungsmotoren / Radnabenmotoren Kombination.
Die EREV Technologie ist also das Rückgrat von GM für die Senkung des CO2 Ausstoßes.

Der Chevy Volt soll Ende 2010 für den US Markt in Produktion gehen. Läuft der Start erfolgreich, wäre also laut Forster der nächste Schritt die Technology auch mit einem Jahr Verzögerung auf den europäischen Markt zu bringen. Dies wäre demnach Ende 2011.
Und hier fragt Forster selbst:
Which leads to the next question I usually get: under what brand? The critical element here is the technology itself and its potential huge impact on the CO2 compliance picture for GM.
Und seine Antwort ist eindeutig:
… EREVs must be sold in high volumes, hence the reasoning for Chevrolet. The same logic is true for Europe, so the first EREV vehicle will be an Opel/Vauxhall, followed several months later by a Chevrolet. The Opel/Vauxhall will be derived directly from the Chevrolet Volt to get into the market quickly, but I can assure you that more variations for Opel-specific designs of EREVs are already in the works…but more on that at a much later time!
Zuerst kommt der Chevy Volt als Opel bzw. Vauxall in Großbritannien als Volumenmodell nach Europa und später auch als Chevrolet. Zeit für ein eigenständigen Auftritt bleibt nicht, wenn man zügig in den Markt eintreten will, daher werden sich die Unterschiede zwischen dem Original Chevrolet Volt und dem Opel EREV wahrscheinlich auf Markenlogo und Innenausstattung beschränken, die Karosserie wird wahrscheinlich weitestgehend identisch sein. Allerdings werkelt man bereits fleißig an EREV Varianten mit Opel spezifischem Design.
Ab 2011 darf man also mit dieser neuen Fahrzeuggeneration aus dem Hause GM auch in Europa rechnen.
Den EREV-Ansatz von GM finde ich interessant und zukunftsweisend, weil somit effektiv die Reichweitenbeschränkung von Elektrofahrzeugen als Kritikpunkt eleminiert wird und der eingesetzte Verbrennungsmotor im optimalen Arbeitsbereich sein Werk verrichten kann.
Dabei war GM mit dem EV-1 schon 1996 so weit. Aber hier sei nur auf den Film “Who killed the electic car?” hingewiesen.
[Bilder: GM]






























Wenn dieser Wagen zu einem halbwegs vernünftigen Preis angeboten wird, werde ich zu den ersten Käufern gehören. Zumal Chevrolet plant, auf die Akkus eine Garantie von 10 Jahren bzw. 280.000km zu geben.
Etwa 75% meiner gefahrenen Kilometer könnte ich elektrisch zurücklegen, nur etwa 2 Mal im Monat würde der Generator laufen – für jeweils etwa 200km. So käme ich bei ca. 1.500 gefahrenen Kilometern im Monat von heute 120l Benzin auf 20l Benzin und 110 KWh Strom, d.h. die Kosten für Treibstoff reduzieren sich von 180€ auf 50€.
Dieser Ersparnis von 1500€ im Jahr wird man die höheren Anschaffungskosten gegenüberstellen. Das wird spannend. Mal sehen, wie viel man drauflegen muss, um so ein innovatives Auto zu fahren…
Genau beim Preis wird sich zeigen, wie ernst es GM mit dem Volt wirklich meint. Unbezahlbare Kurisosität oder eine wirkliche Alternative.
In den Werkstätten werden wahrscheinlich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn so ein Volt zur Inspektion vorfährt. Der Zeit- und Materialaufwand bei Wartungen dürfte deutlich nach unten gehen. Und wenn es wirklich zu dem angekündigten Durchbruch in der Akkutechnologie kommt ( Artikel Akkus mit Nanotechnologie ), dann wäre der Hilfs-Ottomotor überflüssig. Kein Ölfilter, kein Luftfilter, keine Zündkerzen, keine Kühlflüssigkeit, kein Öl, kein Getriebe, kein Getriebeöl, keine Kupplung, kein Zahnriemen, keine Wasserpumpe, keine Ölpumpe, keine Benzinpumpe… Allein an diesen Teilen hängt eine gigantische Wirtschaft.
Meine pessimistische Einschätzung: GM wird für das Gewissen zwar Volts ausliefern, jedoch mit Verzögerungen und auch künstlicher Stückzahlbegrenzung.
Oder vielleicht doch lieber auf den Loremo warten? Aber auch da habe ich ein schlechtes Gefühl.