Herrlich anstößig: der neue Kia cee’d GT im Fahrbericht

Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 12„Seine Proportionen geben dem Kia cee´d einen sehr dynamischen Reiz. Er tritt nicht laut und anstößig auf, sondern überzeugt durch Reife“. Zutreffende Worte zur Markteinführung der neuen cee´d-Generation von Kia-Chefdesigner Peter Schreyer. Erfrischend laut und herrlich anstößig kommt dagegen der neue Kia cee´d GT daher!

Wie sich Kias 204 PS-Sportwagen im hart umkämpften Segment der Hot Hatches wirklich schlägt, zeigt unser Fahrbericht.

Kia cee´d GT: der Ersteindruck

Die GT-Version profitiert vom sehr dynamischen Design des zivilen cee´d. Im Vergleich zu seinem zahmen Bruder packt der GT allerdings noch eine Schippe drauf. Die neue Front wirkt wie eine echte Ansage: ein deutlich bulliger wirkender und tiefer gezogener Stoßfänger sowie das neue Tagfahrlicht in Form einer 4er-LED-Batterie wirken in Summe sehr aggressiv. Zweifarbige 18-Zoll-Räder auf Michelin Pilot Sport, sportliche Seitenschweller und der obligatorische Heckdiffusor mit zwei Auspuffendrohren stehen dem neuen Kia cee´d GT außerordentlich gut und unterstreichen perfekt die designtechnisch hoch interessante Formgebung der cee´d-Baureihe.

Das Cockpit des Kia cee´d GT

Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 07Der positive Ersteindruck bestätigt sich im Cockpit: „sehr wertig, sehr sportlich“ heißt es im Notizbuch. Ein bißchen Alu/Aluoptik hier, etwas Klavierlack da und viel matt-schwarzer Kunststoff dazwischen. Das passt, der Qualitätseindruck ist durchweg gut. Die mit roten Ziernähten versehenen Sportsitze von Recaro kommen sehr edel daher: die mit einer schicken Teilleder-Velourleder-Kombination versehenen Sitze schaffen den (fast) perfekten Spagat zwischen edler und sportlicher Anmutung. Einzig der Seitenhalt könnte bei zügig gefahrenen Kurvenkombinationen dann doch etwas höher sein. Erfreulicherweise haben die Koreaner beim Lenkrad ihr eigenes Ding durchgezogen. Die Daumenmulden liegen etwas tiefer als bei vielen anderen Sportlenkrädern der Mitbewerber und die zwar schicke, beim Fahren dennoch ab und an etwas hinderliche, untere Abflachung des Volants entfällt beim Kia cee´d GT komplett.

Kia cee´d GT: der Antriebsstrang

Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 11Unter der Motorhaube arbeitet eine optimierte Version des bekannten 1.6 GDI, der im GT 204 PS leistet und 265 Nm maximales Drehmoment mobilisiert. Der 1,6 Liter-Vierzylinder verfügt über einen Twin Scroll-Turbolader. Zudem wurden punktuell Komponenten gegen belastungsfähigere Teile ausgetauscht. Die sechs Gänge werden von einem Schaltgetriebe sortiert, das sich angenehm leichtgängig und somit schnell schalten lässt.

Dank des optimierten Auspuffsystems (verbesserte Luftführung im Hauptschalldämpfer und reduzierter Lufteinlassweg) ist der Sound im Vergleich zum Standard-cee´d deutlich sportlicher. Echte Sportfahrer werden vermutlich dennoch etwas enttäuscht sein: in der Disziplin Lautstärke ginge sicher mehr. Im Vergleich zum optischen Getöse, bleibt der Sound des Kia cee´d GT insgesamt hinter den Erwartungen zurück.

Was hat der Kia cee´d GT fahrdynamisch drauf?

Zumindest optisch kann es der cee´d GT ohne Probleme mit kompakten Sportwagen vom Schlage eines Opel Astra OPC oder eines Renault Mégane RS aufnehmen. Allerdings kann und will es der kleine Koreaner gar nicht mit diesen aufnehmen: er ist zwar als sportlicher Kompakter positioniert, will aber kein Hardcore-Sportler sein. Der Kia cee´d GT überzeugt mit sportivem Fahrverhalten, das aber nie auf Kosten des Komforts geht. Seine Lenkung arbeitet relativ direkt, könnte für meinen Geschmack aber etwas sensibler sein. Trotzdem lässt sich der GT prima durch Kurven zirkeln. Bei entsprechendem Schwung neigt der 204 PS-Sportler jedoch zu Karosseriebewegungen um die Längsachse. Wie zu erwarten war, wartet der Fronttriebler beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven mit um Traktion kämpfenden Vorderrädern auf.

Längsdynamisch gibt´s GTI-verdächtige Kost: von null auf hundert Sachen in (gemessenen) 7,7 Sekunden (Golf GTI: 6,5 Sekunden). Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h (GTI: 246 km/h). Damit muss er sich kaum hinter dem deutlich teureren VW Golf 7 GTI verstecken. Zumindest dann nicht, wenn wir auf das Preis-Leistungsverhältnis schielen.

22.990 Euro kostet die dreitürige pro cee´d Version, der Fünftürer kostet mindestens 24.490 Euro.

Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 16 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 15 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 14 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 13 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 10 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 09 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 08 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 06 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 05 Kia cee´d GT Fahrbericht - Bild 04

[Fotos: Moritz Nolte & Kia]

 

Kommentare

  1. Meine Schwester hat sich den fünftürigen Cee´d GT letzten Monat gekauft und ist damit sehr zufrieden. Ich hab ihn auch schon einmal für eine Probefahrt ausleihen dürfen und finde ihn insgesamt super! Einziges Manko ist für mich Motor- und Auspuffanlage, von der man Danke der guten Dämmung im Innenraum kaum etwas mitbekommt.

  2. Autofritz meint:

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