„Der neue Golf 7 wiegt 100 Kilogramm weniger“ – Ach ja?

VW Golf 7VW-Konzernchef Martin Winterkorn versucht sich zurzeit als VW-Chefverkäufer und wird nicht müde zu betonen, wie fortschrittlich der neue Golf geworden sei. Insbesondere beim Thema Umweltfreundlichkeit wollen sich die Wolfsburger positionieren.

Und so lässt Winterkorn keine Möglichkeit aus, sensationelle Zahlen zu verkünden.

Wir haben uns diese Zahlen einmal angesehen.

„Wir haben das Gewicht um bis zu 100 Kilogramm reduziert, das sind im Automobilbau Welten“.
[Martin Winterkorn im „Handelsblatt“, Wochenendausgabe 30.08.2012 – 02.09.2012]

Ob sich die zuständigen Produktmanager und Entwickler mit dieser markigen PR-Aussage wirklich so richtig wohl fühlen? Zumindest etwas Skepsis scheint angebracht, würde das je nach betrachteter Variante doch eine Gewichtsersparnis von zum Teil über acht Prozent bedeuten. Ähnlich dachte auch ein Motor-Talk-Mitglied. Seine recherchierten Zahlen sind ernüchternd. Mehr als ernüchternd. So ernüchternd, dass man sich fragen muss, mit welchen mathematischen Kniffen VW auf seine 100 Kilogramm Gewichtsverlust kommt. Vielleicht handelt es sich aber auch um einen Super-Bluemotion-Golf, der noch folgen wird. Wer weiß das schon.

Trendline 1.2 TSI 63 KW 5-Gang

Golf 6: 1.234 KG

Golf 7: 1.205 KG ( – 29 KG )

Trendline 1.6 TDI 77 KW 5-Gang

Golf 6: 1.318 KG

Golf 7: 1.295 KG ( – 23 KG )

Trendline 1.6 TDI 77 KW 7-Gang DSG

Golf 6: 1.340 KG

Golf 7: 1.313 KG ( – 27 KG )

Highline 1.4 TSI 90/103 KW 6-Gang

Golf 6: 1.290 KG

Golf 7: 1.268 KG ( – 22 KG )

Highline 1.4 TSI 90/103 KW 7-Gang DSG

Golf 6: 1.316 KG

Golf 7: 1.288 KG ( – 28 KG )

Highline 2.0 TDI 103/110 KW 6-Gang

Golf 6: 1.351 KG

Golf 7: 1.354 KG ( + 3 KG )

Highline 2.0 TDI 103/110 KW 6-Gang DSG

Golf 6: 1.372 KG

Golf 7: 1.375 KG ( + 3 KG )

Hinweis:
Gewichte lt. Konfigurator.

[Quelle: Motor-Talk.de]

Kurioserweise soll im neuen Golf-Verkaufsprospekt nur noch von einer Gewichtsersparnis in Höhe von 80 Kilogramm die Rede sein. Was Motor-Talk-User „spitzer 16“ folgenden Marketing-Husarentsreich befüchten lässt: „Aus 100kg werden 80kg, die im nächsten Prospekt dann wahrscheinlich auf 60kg schrumpfen.“

„Der neue Golf ist de facto ein Dreiliterauto. Das sparsamste Modell wird 3,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen“.
[Martin Winterkorn im „Handelsblatt“, Wochenendausgabe 30.08.2012 – 02.09.2012]

Dass Automobilhersteller hier gerne mal das eine oder andere Literchen Kraftstoff unterschlagen, ist kein großes Geheimnis mehr. Beim Golf 6 1.6 TDI DPF Bluemotion betrug die Differenz zwischen VW-Angabe und tatsächlichem Verbrauch laut „Auto Bild“ 36,8 % – also mehr als ein Drittel.

Wie war das nochmal mit den „Welten im Automobilbau“?

Kommentare

  1. aaron arrow meint:

    Wenn man mal bie VW den neuen Golf konfiguriert, und zwar das Baisimodell „Trendline“ ist man wirklich unangenehm überrascht: Da ist so gut wie alles Aufpreispflichtig, z.B. sogar eine geteilt umklappbare Rückbank! Das ist doch wirklich der Hammer! Wenn ich mir vorstelle, dass es den Golf 2012 immer noch mit durchgehender Rückbank gibt, wie vor 40 Jahren!!! Wenn man dann das nötigste dazu ordert ist man ganz schnell über 22.000 Euro … außerdem ist das gesamte Design zum gähnen langweilig! Dabei meine ich nicht das aufgeräumte, eher schlichte Design! Das finde ich schon klasse. nur der Wagen hat einfach keine stimmige Gesamtform! Die Sicke seitlich endet mit den Türen, und der Lufteinlass vorne unter der Stoßstange wirkt „angeklebt“ … grauslig!

  2. Markus meint:

    Golf finde ich extrem langweilig und spießig. Zum einen vom Design her, zum anderen wegen dem altbewährten Billig-Konzept Quermotor mit Frontantrieb. Auch trumpft Volkswagen nicht gerade mit hoher Lebensdauer seiner verbauten Komponenten z.B. Heckscheibenwaschanlage – kenne keine, die im Betrieb auch nur einen Winter überlebt hat. Daher auch zu überteuert. Habe selbst im letzten Jahrzehnt zwei Volkswagen gefahren und finde inzwischen, das Leben ist zu kurz um langweilige reparaturanfällige Autos zu fahren. Persönlich würde ich mir lieber einen Koreaner holen, den bekommt man um die Hälfte und die Zuverlässigkeit und die Qualität der Teile und in den Werkstätten ist mindestens doppelt so gut wie bei VW. Wenn ich gerne sportlich unterwegs sein möchte würde ich mich wohl für einen 1er BMW Jahreswagen mit BiTurbo-Diesel entscheiden. Die sind auch unkaputtbar, brauchen so gut wie nix und schieben wie 8 -Zylinder. Leider gibt es die Generation Einser danach dann auch wieder nur noch mit Frontantrieb und Quermotor. Der jetzige Einser wird dann evtl. als 2er über den Tresen gehen.

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] 100 Kilo leichter als die Golf 6-Modelle? Das müsste eine größere Spritersparnis geben, als von VW für die neuen Modelle angekündigt. 23% sparsamer – auch das klang nach Sensation. Hat VW endlich den 3-Liter-Golf herausgebracht? Nachgerechnet kommt der kleinste Golf (BlueMotion Technology 1,2 TSI) auf eine Gewichtsreduktion von 29 Kilo. Das entspricht einer Reduzierung von 121 auf 113 Gramm CO2 pro Kilometer. Also 8 Gramm weniger, keine 10%. Ganz ähnlich beim größeren Modell: Der  Golf 1,6 TDI BlueMotion Technology erreicht eine Gewichtsersparnis von 23 Kilo und eine CO2-Reduzierung von 107 auf 99 Gramm. Wieder magere 8 Gramm, aber keine 10%. Und wir sind nicht die einzigen, die den Rechenschwindel kritisieren. […]

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