Audi arbeitet am Autolicht der Zukunft

Audi A8 Matrix-Scheinwerfer

Den Anfang machte 2004 der Audi A8 W12. Die Speerspitze des Audi-Programms fuhr erstmals das Audi-typische LED-Tagfahrlicht spazieren. Seitdem ist Audi ungeschlagener Weltmeister in Sachen Lichtdesign. Um ihre Vorreiter-Rolle auszubauen, haben die Ingolstädter nun ein brandneues Lichtassistenzzentrum am Standort Ingolstadt eröffnet. Dieser, drei Stockwerke unter Normalnull liegende, befahrbare unterirdische Lichtkanal ist 120 Metern lang und bietet speziell für das Entwickeln innovativer Lichtlösungen und kamerabasierter Lichtassistenzsysteme neue Möglichkeiten. Hier, in diesem mattschwarz lackierten Tunnel testen die Audi-Lichtspezialisten Systeme wie adaptives Fernlicht und kamerabasierte Lichtassistenzsysteme.

Für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich, haben wir uns dort umgesehen und versucht zur ergründen, was Audi so alles macht, um den „Vorsprung durch (Licht-)Technik“ auszubauen.

Bei Audi hat man früh erkannt, wie wichtig Lichtdesign für die Wahrnehmung der Marke mit den vier Ringen sein kann. Mal abgesehen von der aktiven und passiven Sicherheit, die moderne Lichttechnologie bietet, kann ein starkes Rückleuchten- und Scheinwerferdesign einen signifikanten Beitrag zu einem eigenständigen und begehrenswerten Äußeren leisten: ein Audi ist unabstreitbar bereits von Weitem anhand seines Lichtdesigns eindeutig als Audi zu erkennen.

Um das zu gewährleisten, arbeiten Ingenieure und Designer bei Audi Hand in Hand. In Ingolstadt haben sich die Entwickler drei übergeordnete Disziplinen ins Lastenheft geschrieben, um die Lichttechnik von morgen zu entwickeln: Ästhetik, Dynamik, Interaktion.

Die Ästhetik des Lichts

„LED-Technik hat es möglich gemacht, völlig neue Designs zu schaffen“, ist sich Cesar Muntada Roura sicher. Er muss es als Leiter Lichtdesign bei Audi wohl wissen. „Licht soll den Charakter eines Autos signalisieren“. Zwar gilt auch bei Audi die Maßgabe, dass Form immer der Funktion folgen muss. Dennoch legt man in Ingolstadt besonderen Wert darauf, dass auch die technische Funktion zwingend ästhetisch wirken soll. Stephan Berlitz, Leiter Entwicklung Lichtfunktionen und Innovationen, betont: „Technologie als solche ist noch nicht sexy“.

Audi A8

Und so machte man sich bei Audi schon vor Jahren daran, das Blinkerdesign der Zukunft zu entwickeln. Im aktuellen Audi A8 gab´s dann Ende 2013 den hippsten aller Fahrtrichtungsanzeiger zu bewundern: den dynamischen Blinker, ein LED-Band, das von innen nach außen laufend etwas redundant aber durchaus cool unterstrich, in welche Richtung der Fahrer gedachte abzubiegen.

2D war gestern

3D-Lichtdesign ist der neue Trend, der bereits bei den Rückleuchten im Audi Q7 zu sehen ist. Und durch OLED-Technologie wird dieser Trend in den nächsten Jahren noch deutlich befeuert werden. Diese organischen LED, Dünnschichtbauelemente aus organischen halbleitenden Materialien, die oftmals nicht dicker als 1 mm sind, machen völlig neue 3D-Formen möglich und bieten somit ein hohes Gestaltungspotenzial für die Audi-Entwickler.

Momentan arbeiten Audis Designer und Ingenieure an 3D-Frontscheinwerfern und – Rückleuchten, die das automobile Lichtdesign auf eine neue Stufe heben dürften, OLED macht´s möglich. Dabei handelt es sich um geradezu skulpturale Formen, die aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet jeweils völlig anders wirken.

3D-Scheinwerfer Designmuster Net

Berlitz: „Einer unserer nächsten Schritte wird die Einführung der OLED-Technologie in die Serie sein, und zwar als Schlusslicht. Wir beschäftigen uns in der Vorentwicklung mit Lösungen, bei denen wir OLED-Beschichtungen direkt auf das Karosserieblech auftragen. Aber da sind vor einem Serieneinsatz noch einige Fragen zu klären.“ Vorstellbar ist etwa ein Szenario, bei dem das Licht auf den Fahrer reagiert, wenn er auf sein Auto zugeht: Es bewegt sich mit ihm und zeigt ihm dabei wichtige Fahrzeugkonturen oder den Türgriff an. Wenn der Fahrer einsteigt, folgt ihm das Licht – indem im Innenraum eine dezente OLED-Beleuchtung aktiv wird.

Lichttechnologie

Auch dort im Cockpit kann Licht Sicherheit und Interaktionsmöglichkeiten erhöhen. In künftigen Audi-Modellen könnten Dekorelemente auch Lichtfunktionen integrieren, die den Fahrer vor Gefahren warnen oder ihm wichtige Signale beim pilotierten/teilautomatisierten Fahren vermitteln.

Interaktion Interieur

Nie dagewesene Dynamik

Einen Schritt weiter geht das Modell „The Swarm“ – die Vision des „komplett dynamischen Lichts“. Die Audi-Entwickler haben hier ein Fahrzeugheck in ein großes, durchgängiges Display verwandelt. Auf diesem bewegen sich zahllose kleine Lichtpunkte wie Fische in einem Schwarm. Die Manöver der roten Punkte orientieren sich an der Bewegung des Autos. Wenn es nach rechts abbiegt, fließen sie nach rechts, beim Bremsen strömen sie dynamischer und diffuser; je schneller das Auto fährt, desto rascher bewegen sie sich. Der Hintermann kann dadurch jederzeit auf den ersten Blick erkennen, was der Fahrer vor ihm unternimmt.

Lichttechnologie Lichttechnologie

„The Swarm“ ist Stand jetzt – wie viele der Modelle und Ansätze, an denen Audis Designer und Ingenieure arbeiten, sicherlich noch in den Bereich Science Fiction einzuordnen. Die Potenziale, die dieses und andere Modelle bieten, sind allerdings riesig. Wie wäre es zum Beispiel mit einem dynamischen Licht-/Leuchtelement, das stufenlos einstellbar ist?

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Audi arbeitet am Autolicht der Zukunft, gefunden bei automobil-blog.de (0.4 Buzz-Faktor) […]

  2. […] nördlich des Polarkreises, schon früh über das kalte, karge Land senkt, macht sich dann das Matrix-LED Licht bemerkbar. Über 19 in 64 Stufen dimmbare LED-Lichtquellen wird rein per Software, ohne dass sich […]

Deine Meinung ist uns wichtig

*

Neue Tests und Fahrberichte:

20160818_mazda_3_c_jan_schuermann2016-mazda_3_14a1101

Wie klappt’s eigentlich ohne Turbo? Mazda3 im Alltagstest

Der Mazda3 – die japanische Antwort auf den Golf? Wir haben diesen Vertreter der Kompaktklasse im Alltagstest bewegt und geschaut ob man in der … [Weiter]

ford-ka_2016_fiesta-mk1_2

Weniger niedlich, dafür mehr praktisch – der neue Ford KA+

Niedlich war gestern! Der Ford Ka wird erwachsen. Bei der dritten Generation des Stadtflitzers aus dem Hause Ford hat sich eine Menge getan. Wir haben … [Weiter]

aussen_hinten2

Kraft-Kombi im Test: Volvo V60 Polestar mit 367 PS!

GTI, M oder AMG – das sind Prädikate leistungsstarker Modelle deutscher Autoherstellern. Wenn es in Schweden heiß her geht, ist Polestar das Label für … [Weiter]

Erlkönige und Insider-Stories:

ampera0_600x370

Opel fährt wieder elektrisch: 2017 kommt der AMPERA-e

Auf dem 16. Internationalen CAR-Symposium im Bochumer RuhrCongress sprach GM-Chefin Mary Barra über die Zukunft der individuellen Mobilität. Bei dem … [Weiter]

Opel-GT-Concept-298708

Opel GT Concept: puristischer Sportler wird in Genf enthüllt

„Nur fliegen ist schöner“ - so warb Opel einst für den GT. Und die Fortsetzung könnte bald folgen. Auf dem Genfer Automobilsalon im März 2016 … [Weiter]

Gerücht: Tesla Model 3 kostet nur die Hälfte des Model S

Tesla-CEO Elon Musk teilte via Twitter mit, dass das Tesla Model 3 im März nächsten Jahres präsentiert wird und dann bei einem Preis von 35.000 Dollar … [Weiter]

Neue Sportwagen:

ThermalClub-Raceway

Michelin Pilot Experience 2017: Der etwas andere Reifentest

Um seinen neuen Pilot Sport 4 S zu präsentieren, sorgte Michelin für einen extragroßen Aufschlag: Journalisten und Blogger aus aller Welt erhielten … [Weiter]

Lotus Elise Sprint_2017_01

Lotus Elise Sprint: Auf nur 798 Kilogramm abgespeckt

Der überarbeitete Lotus Elise Sprint hat für das neue Modelljahr gegenüber der Vorgängerversion gleich mal um 41 Kilo auf nur 798 Kilogramm … [Weiter]

Aston Martin Vantage S Red Bull Racing Edition_2017_01

Aston Martin Vantage S Red Bull Racing Edition: Sondermodell zum Karriereende

Mit dem Aston Martin Vantage S Red Bull Racing Edition gibt es nun ein Sondermodell zum Karriereende, dass sich speziell an Formel 1-Enthusiasten … [Weiter]