Aufregende Woche in Sachen Elektromobilität

Renault-Zoe_2013_01 Die Kanzlerin trifft sich mit Vertretern der Ministerien und der Automobilhersteller, der ADAC veröffentlichte eine neue Studie zum aufregenden Thema Elektromobilität, Renault kündigte mit dem Zoe ein weiteres Modell für den deutschen Markt an und dann ging mit Better Place auch noch ein recht junges Start-Up-Unternehmen der Branche pleite. In diesem Bericht fassen wir die wichtigsten News dieser Woche rund um das aufregende Thema Elektro-Auto zusammen.


Gipfeltreffen in Berlin

So hat es die Kanzlerin gern: Umgeben von Wirtschaftsbossen und Experten kann sie auf die neuesten Innovationen aus der Bundesrepublik schauen und sich mit den Anwesenden über die aktuellen Trends in Sachen Elektromobilität austauschen. Die Gegenwart dieser Fortbewegungsart sieht allerdings leider gar nicht so rosig aus. Die jetzt vom Kraftfahrtbundesamt vorgelegten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Momentan sind nur rund 7.000 Elektro-Autos auf deutschen Straßen unterwegs und im vergangenen Jahr gab es lediglich rund 3.000 Neuzulassungen. Da will es so gar nicht dazu passen, dass die Bundesregierung trotzdem weiter an ihrem Ziel festhält, bis 2020, also schon in sieben Jahren, eine Million Elektro-Mobile auf die deutschen Straßen zu bringen. Hier hilft es auch nicht, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer von allen Beteiligten mehr Begeisterung fordert und dann auch noch die Autoindustrie vor den Karren spannt und mit der Peitsche droht. Er ist allerdings immer noch felsenfest davon überzeugt: „Wenn das Angebot erst da ist, wird sich die Entwicklung auch beschleunigen“. Und die so angegriffenen deutschen Automobilriesen versprachen prompt Besserung und sicherten bis Ende nächsten Jahres insgesamt 15 verschiedene Elektro-Modelle zu. Ob mit denen allein der Umschwung in Richtung der Millionen-Marke zu machen ist, darf bezweifelt werden.

Ladestation

Zweifel der Insider

Kritik kommt zum Beispiel vom „Auto-Papst“, Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Universität Duisburg-Essen. Er grantelte: „An diesem Misstrauen ist auch die dilettantische Förderpraxis schuld. Statt Hunderte von Wanderausstellungen und ähnlichem Killefitz zu finanzieren, hätte man besser 20 Carsharing-Programme aufgelegt.“ Diese Austellungen seien zwar gut und schön, aber anstatt von schicken Studien sollte man lieber alltagstaugliche Elektro-Autos in Serie produzieren, um so das Vertrauen der Auto-Nation zu gewinnen. Die Leute müssten die Autos eben fahren, anstatt sie immer nur anzusehen und zu bestaunen. Da hilft es leider wenig, dass das Vertrauen der Bundesbürger in diese neue Art der umweltfreundlichen Fortbewegung leider in den vergangenen Jahren nicht unbedingt angewachsen ist. Laut der Studie „Elektromobilität 2013“ des ADAC zeigte sich, dass die Leute immer weniger bereit sind, die offensichtlichen Schwächen von Elektro-Fahrzeugen, wie zum Beispiel die lange Ladedauer, zu akzeptieren. Wenn die Zeit zum Laden verkürzt werden könnte, dann wären die Befragten auch eher bereit, die geringe Reichweite der Autos zu akzeptieren. Und hier ist dann wieder die Industrie gefragt, die das Problem mit ihren Innovationen und Erfindungen in den Griff bekommen sollte.

betterplaceamsterdam

Die Pleite von Better Place

Apropos Industrie. Ein Vorzeige-Unternehmen in Sachen Elektromobilität meldete in dieser Woche leider Insolvenz an. Das israelisch-amerikanische Elektromobilitätsunternehmen Better Place musste nun den Stecker aus der Dose ziehen und somit das Ende seiner eigentlich guten Idee einläuten. Die Israelis stellten den Kunden gegen einen Mietbetrag die rund 10.000 Euro teuren Batterien zur Verfügung. Der Kunde muss also nicht lange warten, bis seine Batterie wieder voll geladen ist, sondern er holt sich einfach eine aufgeladene Austauschbatterie ab und fährt damit gleich weiter. Somit sollte dann auch gleichzeitig der Kaufpreis des Wagens für die Kunden erschwinglicher gemacht werden. Doch die Rechnung ging leider nicht auf. Statt der einmal geplanten 100.000 verkauften Einheiten konnte man lediglich 1.300 Fahrzeuge absetzen. Vor gut zwei Wochen sprang dann auch noch mit Renault ein wichtiger Kooperationspartner ab. Das Problem liegt wohl generell am System der Tauschbatterien, denn auch wenn die Idee zunächst genial und schlüssig klingt, so sagte Renault-Chef Carlos Ghosn über einen möglichen Grund des Scheiterns der Israelis: „Es werden vielmehr flache aufladbare Batterien verlangt. Die Menschen fordern Flexibilität und deshalb wollen sie aufladbare Batterien in ihren Autos.“ Aber auch da liegt auch schon wieder ein Grundproblem der Branche. Warum kann man sich nicht zunächst einmal auf einen standardisierten Stromanschluss einigen? Was nützt die Ladesäule um die Ecke, wenn ich an ihr wegen des nicht passenden Anschlusses an meinem Wagen den Akku nicht aufladen kann? Es gibt also immer noch jede Menge Aufgaben und die deutschen Autobauer täten gut daran, diese endlich anzupacken, um nicht völlig den Anschluss zu verlieren. Mit dem Renault Zoe drängt nun schon wieder ein weiteres Fahrzeug auf den deutschen Markt und wenn BMW, Mercedes, Opel und Co. noch jemals mit Gewinn ein Elektro-Auto verkaufen wollen, dann sollten sie möglichst bald die Forschung und Entwicklung effizienter Technologien beschleunigen und diese nicht nur in den Hochglanzprospekten, sondern auch auf den Straßen der Republik präsentieren, in großen Stückzahlen präsentieren und die Kunden dazu bewegen, diese Autos auch zu akzeptieren und zu kaufen.

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Bilder: ©Renault, Better Place, Flickr.com – Rita Zappitelli

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