Interview mit Seat Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Bauer

Seit dem 1. Oktober 2014 hat Seat Deutschland mit Bernhard Bauer (49) einen neuen Geschäftsführer. Im Interview mit Automobil-Blog verrät der Automobilmanager, der vorher unter anderem bei BMW und Volvo arbeitete, wie sich Chefs einarbeiten und was von Seat in den nächsten Jahren zu erwarten ist.

Automobil-Blog: Sie sind nun bereits einige Monate bei Seat – wie muss man sich Ihre Einarbeitung vorstellen?

Seat Deutschland-Chef Bernhard BauerBernhard Bauer: „Gleich am ersten Arbeitstag war ich bei der Weltpremiere des Seat Leon X-Perience auf dem Automobilsalon in Paris und konnte hier mit großer Freude die sehr positiven Reaktionen und Rückmeldungen der Besucher und Journalisten entgegennehmen. Gleich danach folgte die internationale Fahrpräsentation für Medienvertreter rund um Barcelona – mit ebenso positiven Urteilen. Eine Einarbeitung im Sinne von Coaching oder Anleitung ist aber auch gar nicht nötig. Ich bin seit über zwei Jahrzehnten mit Führungsaufgaben in der Automobilbranche betraut und zeichnete vor meinem Wechsel zu Seat als Geschäftsführer für Volvo Car Germany verantwortlich.“

Haben Sie schon „Baustellen“ entdeckt, die es zu bearbeiten gilt?

„Seat ist auf dem richtigen Kurs. Es gilt, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuführen.“

Seat war in Deutschland zuletzt sehr erfolgreich. Was sind Ihre Ziele? Wie bleibt Seat so erfolgreich wie zuletzt.

„Oberste Priorität haben der qualitative und quantitative Ausbau des Vertriebsnetzes sowie eine weitere Steigerung des Absatzvolumens. Die neue Leon Baureihe mit ihren erstmals drei Karosserievarianten bietet der Marke Seat ein riesiges Potenzial, das wir längst noch nicht ausgeschöpft haben. Hinzu kommen neue Modelle wie beispielsweise der Leon X-Perience und der Leon ST Cupra, mit denen wir erneut zusätzliche Kundengruppen für Seat ansprechen.“

Seat Leon Cupra ST

Was muss Seat besser machen als in der Vergangenheit?

„Seit Januar 2011 hat Seat in Deutschland um 58 Prozent zugelegt – bei stagnierendem Gesamtmarkt. Insbesondere der Zuwachs bei den Leon-Verkäufen macht diese eindrucksvolle Entwicklung möglich. Mit der neuen Baureihe ist Seat nicht nur erfolgreich im A-Segment angekommen – die Marke hat sich damit eine zweite starke Säule neben den erfolgreichen Ibiza Modellen geschaffen. Aber wir haben noch längst nicht all unsere ehrgeizigen Ziele erreicht. Vor allem in puncto Markenbekanntheit und –sympathie müssen wir noch besser werden – da ist Seat noch nicht auf dem Niveau, das der erstklassigen und hervorragenden Qualität unserer Fahrzeug entsprechen würde.“

Seat Leon X-Perience_2014_01

Wann werden wir das angekündigte Seat-SUV im Showroom sehen – und wie will sich Seat hier von den Wettbewerbern abgrenzen?

„Auch unser SUV wird sich als unverkennbares Seat-Modell vom Wettbewerb abheben. Sie dürfen also einen SUV erwarten, der alleine schon durch sein innovatives Design Emotionen weckt und begeistert. Darüber hinaus wird auch der Seat-SUV eine große Bandbreite an Highend-Technologien sowie eine außerordentliche Präzision und Qualität bieten. Und natürlich kommt auch hier der Seat-typische Fahrspaß nicht zu kurz. Das alles zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis, denn Seat macht dadurch modernste Technologien allgemein verfügbar.“

Die Marke Seat ist sehr lifestylig und emotional positioniert. Wie wichtig ist Lifestyle-Kommunikation für Seat?

„Design und Styling ist für unsere Kunden sehr wichtig, aber bei Weitem nicht der einzige Kaufgrund. Auch die Fahrdynamik und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zählen zu den wesentlichen Kaufgründen der Seat-Kunden. Deshalb setzen wir in unserer Kommunikation auf Differenzierung und unverwechselbare Eigenständigkeit. Der kommunikative Auftritt ist jung, frech und innovativ. Damit trifft Seat den Lebensnerv seiner Zielgruppen: Es sind junge Menschen – Menschen, die unabhängig vom Lebensalter jung und frech denken – manchmal unkonventionell, aber immer frisch und neugierig.“

Bernhard Bauer arbeitete vor seinem Wechsel zu Seat seit 2003 in verschiedenen Führungspositionen für die schwedische Marke Volvo, zuletzt rund vier Jahre als Geschäftsführer bei Volvo Deutschland. Von 2007 bis 2010 leitete er als Präsident die Volvo Vertriebsregion East Central Europe mit Sitz in Wien, zuvor gehörte er vier Jahre in der Position des Direktors Vertrieb der Geschäftsleitung der deutschen Vertriebsgesellschaft an. Vor seinem Eintritt in die Volvo Organisation hatte Bauer Führungsaufgaben in Handelsbetrieben bzw. Importeurs-Unternehmen der Marken BMW, Rover und Saab inne.

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