Holland: Kilometersteuer statt KfZ-Steuer

Niederländische Autofahrer sollen künftig statt einer KfZ-Steuer eine Kilometergebühr bezahlen. Diese wird durchschnittlich zunächst gut drei Cent betragen, wie die von der Regierung beschlossene Reform vorsieht. Später soll sie auf bis zu 6,7 Cent steigen. Hintergrund ist eine gewünschte Verringerung der Abgase sowie auch ein Abnehmen der Staus auf den Straßen des Nachbarlandes.Der im Jahr 2012 in Kraft tretende Gesetzentwurf sieht also nicht mehr die Besteuerung des KfZ Besitzes vor, sondern ausschließlich die Besteuerung der Nutzung. Der Entwurf muss noch vom Parlament bestätigt werden, in dem die Regierung jedoch eine knappe Mehrheit inne hat. Die Gebühr sieht eine Besteuerung pro Kilometer vor, wobei Wagenklasse, Tageszeit und Motorisierung eine Rolle spielen. Berechnet wird der Preis mithilfe eines satellitengestützten Ortungssystems.

Kommentare

  1. Sina meint:

    Ich bin ja mal gespannt, ob dieses neue System der Kfz Steuer auch bei uns in Deutschland eingeführt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das System der Kilometerstuer in Niederland durchsetzt.

  2. Bernd meint:

    Also ich kann es gut empfinden, dass jemand der wenig fährt auch weniger Steuern zahlen soll. Aber ich versteh den Sinn der GPS Überwachung absolut nicht. Wenn es darum geht die FAHRT zu besteuern, reicht es doch eben ein paar Cent auf den Benzinpreis draufzuschlagen (auch wenn da schon genug Steuern drauf sind). Damit hat man sogar den Effekt, dass jemand der sparsame Austos fährt, auch noch einmal weniger zahlt als jemand mit Benzinschleudern.
    Aber wozu die GPS Überwachung und Abrechnung? In Deutschland bei der LKW-maut seh ich es ein, weil da definitiv eben nur Autobahnstrecken extra zu zahlen sind. Aber wenn es um alle Fahrkilometer allgemein geht, ist der Banzinverbrauch doch ein absolut zuverlässiger Indikator.
    Ich glaube, dass damit eigentlich nur mal jedes Auto mit GPS ausgerüstet sein sollta – auf diese Weise kann dann langsam in Zukunft eine Verkehrsüberwachung aufgebaut werden. Das könnte sogar positiv sein bei Ankündigung von Staus und Umleitungsempfehlungen, kann aber auch im negativen Sinn so weit gehen, dass dann auch die Geschwindigkeitsüberwachung über GPS erfolgen kann.
    Also für die Steuerermittlung wäre der zwingende Einbau von GPS wirklich völlig unsinnig.

  3. Ich sehe den “GPS-Faktor” auch kritisch: hier könnte tatsächlich – wie Bernd bemerkt – heimlich, still und leise der erste Schritt zu einem totalen Verkersüberwachungssystem geebnet werden.

    Nun besteht natürlich die Gefahr, dass allzu aktionistische Politiker das niederländische System auf deutsche Verhältnisse übertragen könnten.
    Problem: der Arbeitsmarkt in Deutschland fordert von seinen Arbeitnehmern höchste Flexibilität. Diese wird in erster Linie durch die Mobilität des Einzelverkehrs gewährleistet. Bus, Bahn und auch das Flugzeug können da flächendeckend kaum mithalten.

  4. Karl meint:

    Irgendwie müssen die Kosten für die Abwrackprämie und die Schäden durch die Finanzjonglieure ja wieder eingefahren werden. Wenn man bedenkt, was dann ein Pendler, mit einem umweltfreundlichen, sparsamen Auto bei einer jährlichen Fahrleistung von ca. 30.000 Kilometern im Gegensatz zu einem Fahrer, der evtl. nur 10.000 Kilomtern zurücklegen muss -aber mit einem grossen, schadstoffungünstigen Fahrzeug (Touareg, Cheyenne ect.) unterwegs ist- mehr bezahlen soll aber letzendlich trotz höherer Jahreskilometerleistung weniger Schadstoffe ausstösst, bekommt das Ganze doch einen unangenehmen Beigeschmack.

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