24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2014: Rennbericht

Ich glaube, ich bin noch nie so entspannt zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring gereist wie zur Ausgabe 2014 an diesem Samstag. Gemütlich um sechs aufgestanden, sanft geweckt von meiner kleinen Tochter, die ab 4 Uhr anfing, mir in 20-Minuten Abständen in die Weichteile zu treten. Im Grunde also nichts anderes als ein Biowecker – ihr kennt die Teile, erkennen deine Schlafphasen und wecken dich entsprechend natürlich-lieblich ohne dass du es merkst. Der Bäcker hatte kurze Zeit später auch schon geöffnet und schaufelte bereits die warmen Käsebrötchen in die nach einem geruhsamen, sonnigen Samstagmorgen duftende Auslage. Den Latte Macchiato und die köstlichen Semmeln in der Ablage meines Autos machte ich mich kurz nach sieben auf den Weg gen Eifel.

Dort angekommen ging es direkt in die Lounge von Michelin. Rennvorbereitung: nochmal die aktuellen Zeiten der Quali-Rennen checken, Fotoequipment auspacken – und natürlich den einen oder anderen Kaffe trinken. Ganz entspannt also.

Audi R8 LMS ultra Nummer 4 auf Platz 1

Mit der Entspannung hatte es sich dann komplett (und sehr schlagartig), nachdem um 16 Uhr endlich das Rennen auf dem Nürburgring gestartet war. Packende Positionskämpfe allerorten und heftigster Lack- und Blechaustausch hier und da. Selbst für 24-Stunden-Rennen-Verhältnisse auf dem Ring darf das gezeigte durchaus als turbulent bezeichnet werden. Die beteiligten Fahrer blieben zum Glück allesamt völlig unverletzt.

Die ersten Runden dominierte Kevin Estre im McLaren MP4-12C GT3 (#66) von Dörr Motorsport, der tags zuvor in beeindruckender Manier die Poleposition geholt hatte. Der Franzose verteidigte seine Führung gegen Maxime Martin im BMW Z4 GT3 (#25) des BMW Sports Trophy Team Marc VDS bis zum Ende der vierten Runde, als Estre planmäßig die Box zu einem frühen Stopp ansteuerte. „Wir haben die ersten Runden auf sehr weiche Reifen gesetzt“, gestand Teamchef Rainer Dörr. „Dadurch sind wir aktuell etwas zurückgefallen, aber wir kommen wieder nach vorne.“

Mercedes-Benz SLS AMG GT3 Nummer 1 auf Platz 2

BMW-DTM-Pilot Martin übernahm die Führung, fiel dann aber nach einem Dreher in der NGK-Schikane und einem nachfolgenden Service an der Box bis auf Platz 35 zurück. Die Führung blieb trotzdem in Händen von BMW. Lucas Luhr (Schweiz) lag mit dem Z4 GT3 (#19) des BMW Sports Trophy Team Schubert nach sieben Runden in Führung. Der Vorsprung auf René Rast (Stolzenau) im Audi R8 LMS ultra von Phoenix Racing (#4) betrug gerade einmal 6,483 Sekunden. Nur wenig mehr als eine Sekunde dahinter: Yelmer Buurman (Niederlande) im Mercedes-Benz SL AMG GT3 (#14) des Vorjahres-Siegerteams Black Falcon.

24-Stunden-Rennen-Kaputte Autos

Im weiteren Verlauf des 24-Stunden-Rennens kam es in den samstäglichen Abendstunden zu einem packenden, rundenlangen Duell zwischen dem McLaren MP4-12C GT3 (#66) von Dörr-Motorsport und dem Audi R8 LMS ultra (#4) von Phoenix Racing. In der fünften Rennstunde schob sich der Mercedes-Benz SLS AMG GT4 (#14) von Black Falcon nach vorne. Der Brite Adam Christodoulou setzte sich mit schnellen Zeiten innerhalb nur weniger Runden um mehr als zehn Sekunden vom Phoenix-R8 ab. Die Pace konnte das Team allerdings nicht lange gehen und der Vorsprung schmolz erneut dahin. Nach 32 Runden überquerte der Phoenix-Audi in der Boxengasse in Führung liegend die Start-Ziel-Linie mit einem Vorsprung von 3,330 Sekunden auf den BMW Z4 GT3 (#26) des BMW Sports Trophy Team Marc VDS. Rang drei hielt das Fahrzeug der Vorjahressieger – der SLS AMG GT3 (#1) von Black Falcon.

BMW Z4 Platz 6

Spektakuläre 30 Mal wechselte in den ersten 15 Rennstunden die Führung. Der Abstand zwischen den mittlerweile Erstplatzierten Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (#1) von Black Falcon und dem Audi R8 LMS ultra (#4) von Phoenix Racing – betrug nach 98 absolvierten Runden hauchdünne 0,1 Sekunden. Der Kampf um die Spitze beim 42. ADAC Zurich 24-Stunden-Rennen fand seinen vorläufigen Höhepunkt um 7:20 Uhr: Zeitgleich überquerten der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (#1) von Black Falcon und der Audi R8 LMS ultra (#4) von Phoenix Racing die Ziellinie.

24-Stunden-Rennen-Nurburgring-2014-010

Am Sonntagvormittag, wenige Stunden vor Rennende, trennten die drei Teams an der Spitze – mittlerweile komplettiert vom BMW Z4 GT3 (#20) des BMW Sports Trophy Team Schubert – nach 138 Runden 2:42,3 Minuten.

Mercedes-Benz SLS AMG GT3 Nummer 2 auf Platz 3

Nach insgesamt 32 Führungswechseln triumphierten am Sonntag um 16 Uhr Christopher Haase / Christian Mamerow / Rene Rast / Markus Winkelhock im Audi R8 LMS ultra (#4) vor Jeroen Bleekemolen / Andreas Simonsen / Christian Menzel / Lance David Arnold im Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (#1) von Vorjahressieger Black Falcon. Dabei stellte das Sieger-Quartett mit 159 Runden über die 25,378 Kilometer lange Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife und insgesamt 4.035,102 Kilometer einen neuen Distanzrekord auf. Das Siegerpodium komplettierten Michael Zehe / Christian Hohenadel / Nico Bastian / Maro Engel im AMG-Flügeltürer von ROWE Racing (#22). Alle drei Teams waren übrigens auf Michelin-Reifen unterwegs – ingesamt vertrauten 7 Teams der Top 10 auf die Pneus aus Frankreich.

24-Stunden-Rennen Karussell

„Ein fantastischer Erfolg bei unserem Heimspiel“, jubelte Ernst Moser, Teamchef von Phoenix Racing, über den vierten Triumph bei dem Eifel-Marathon. „Besonders stolz macht mich, dass wir uns in diesem Jahr gegen die wohl stärkste Konkurrenz in der Geschichte des Rennens durchgesetzt haben.“ Nach dem Triumph in Le Mans war dies der zweite Audi-Sieg innerhalb einer Woche. „Wir haben alles gegeben, um den Vorjahreserfolg zu wiederholen“, sagte Black-Falcon-Pilot Lance David Arnold. „Am Ende mussten wir uns leider knapp geschlagen geben. Im ersten Moment sind wir natürlich enttäuscht, ich glaube aber, dass wir mit Platz zwei am Ende sehr zufrieden sein können.“

Aston Martin

Mit Audi, Aston Martin, BMW, Mercedes-Benz und Porsche lagen nach einem der spannendsten 24-Stunden-Rennen der vergangenen Jahre fünf Marken innerhalb der ersten sechs Plätze.

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Mercedes-Benz SLS GT3 von Black Falcon und ROWE. Ausführliche Analysen dazu finden sich auf dem Automobil-Blog und dem […]

Neue Tests und Fahrberichte:

Opel-Corsa-GSi_01

Opel Corsa GSi – Kleiner Sportsfreund im Fahrbericht

Der Opel Corsa ist eines der erfolgreichsten Modelle von Opel. Beliebt, vielseitig und ideal für die Stadt. Nicht nur: Mit dem Opel Corsa GSi zeigt … [Weiter]

Borgward-BX7__Fazit

Borgward BX7 TS Limited Edition – So fährt sich der Newcomer

Borgward ist zurück auf unseren Straßen und bringt zu seiner Deutschland-Premiere ein Sondermodell auf dem Markt. Wir von Automobil-Blog.de haben uns … [Weiter]

Nokian-Tyres_Offroad__E45A5643

Robust und Leistungsfähig: Nokian Sommerreifen für Offroader und SUV

Mit drei Produktlinien für allradangetriebene Fahrzeuge richtet sich Nokian Tyres an die speziellen Anforderungen von SUV, Geländewagen und Pickups. … [Weiter]

Erlkönige und Insider-Stories:

ampera0_600x370

Opel fährt wieder elektrisch: 2017 kommt der AMPERA-e

Auf dem 16. Internationalen CAR-Symposium im Bochumer RuhrCongress sprach GM-Chefin Mary Barra über die Zukunft der individuellen Mobilität. Bei dem … [Weiter]

Opel-GT-Concept-298708

Opel GT Concept: puristischer Sportler wird in Genf enthüllt

„Nur fliegen ist schöner“ - so warb Opel einst für den GT. Und die Fortsetzung könnte bald folgen. Auf dem Genfer Automobilsalon im März 2016 … [Weiter]

Gerücht: Tesla Model 3 kostet nur die Hälfte des Model S

Tesla-CEO Elon Musk teilte via Twitter mit, dass das Tesla Model 3 im März nächsten Jahres präsentiert wird und dann bei einem Preis von 35.000 Dollar … [Weiter]

Neue Sportwagen:

Bugatti Chiron_Lego_2018_01

Bugatti Chiron aus Lego: Bauklotz-Racer schafft 20 km/h

Was macht man, wenn man mehr als eine Million Steine von Lego zur Verfügung hat? Richtig, man steckt sich einen Bugatti Chiron im Maßstab 1:1 … [Weiter]

Ferrari 488 Pista Spider_2018_01

Ferrari 488 Pista Spider: Weniger Dach, mehr Gewicht

Wer den Fahrtwind auch in einem Fahrzeug mit 720 PS noch gerne im Haupthaar spüren will, für den gibt es jetzt nach dem Coupé auch das Cabrio Ferrari … [Weiter]

Aston Martin DB5 „Goldfinger“_2018_01

Aston Martin DB5 „Goldfinger“: Neuauflage für das James Bond-Filmauto

Normalerweise verlassen ja nur aktuelle Modelle die Fabrikhallen moderner Autokonzerne, aber es gibt es auch Ausnahmen: Mit dem Aston Martin DB5 … [Weiter]