Opel Astra GTC: Kompaktcoupé mit Biss

Wenn das mal keine guten Vorzeichen sind: nach tagelangen Stürmen und Regenfällen, klärte sich der mallorquinische Himmel bei unserer Ankunft und die Sonne machte diesen November-Tag nochmal richtig sommerlich schön. Perfekte Voraussetzungen für eine intensive Insel-Rundreise mit dem neuen Opel Astra GTC.

Der Astra GTC versteht sich als eigenständiger Kompaktsportler innerhalb der Opel-Produktfamilie. Und auf den ersten Blick weiß er durchaus zu gefallen: dynamische Designelemente, markante Linienführung und ein wirklich gelungenes Felgenangebot (mit Größen bis zu 20 Zoll) zeigen dem Betrachter gleichmal die sprichwörtlichen Zähne – kurzum: bis auf die Gehäuse der Rückspiegel und die Antenne entspricht nicht ein Karosserieteil dem eines anderen Astra-Modells. Und dies ist wohl auch bewusst so gemacht worden, da der herkömmliche Astra ja nun leider mal als „Opi-Karre“ gebrandmarkt ist – auch wenn das aktuelle Modell durchaus das alte Image erheblich abgeklopft hat. Doch bevor es losgehen kann, muss erstmal das Handgepäck im Kofferraum verstaut werden, was nicht so einfach ist: Wie bekommt man den Kofferraum auf? Ahh… ein kurzes Drücken auf den Opel-Blitz lüftet das Geheimnis!

Nun gut, es geht vom Flughafen direkt auf die Autobahn Richtung Norden. Unser Testwagen ist mit dem stärksten Diesel-Motor mit 2.0 Liter Hubraum und 121 kW (165 PS) ausgestattet. Bis auf die Einstiegsversion verfügen übrigens alle Astra GTC Modelle serienmäßig über ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Soweit so gut, man rollt gemütlich über die mallorquinische Autobahn, als plötzlich ein Warnton ertönt. Hmm, was ist das? Aha, der Spur-Assistent, der als neuestes Feature der Frontkamera „Opel Eye“ mit an Bord ist. Er warnt beim Überfahren der Fahrbahnmarkierung mit einem Warnton. Gibt es in ähnlicher Form schon bei Mercedes und soll vor allem beim gefährlichen Sekundenschlaf vor einer Begegnung mit der Leitplanke warnen. Im Selbstversuch bewährte sich das intuitive Warnsystem im Großen und Ganzen als recht zuverlässig. Mutwilliges Überfahren der Fahrbahnmarkierung wurde erkannt und somit ertönte kein Warnton.

Auch in diesem Modell wird das Fahrwerkassistenz-System Flexride angeboten, was dem Fahrer die Möglichkeit bietet, zwischen den Fahr-Modi „Sport“ und „Tour“ respektive keinem von beiden zu wählen. Für die gemütliche Fahrt auf der Autobahn wird zunächst „Tour“ gewählt, was uns mit 130-140 km/h und durchschnittlichen Verbrauch von ca. 5-6 Litern / 100 km dem Ziel näher bringt: Kap Formentor – das letzte Stück der Tour wird spannender, denn es geht in die Berge. Für die Serpentinen wählen wir den Fahrmodus „Sport“ – und nicht nur die Instrumentenanzeige erstrahlt nun im sportlichen rot, nein auch die Gasannahme wird sportlicher und man hat generell das Gefühl, dass das Auto direkter auf die Lenkbewegungen reagiert. Hier können die 380 Newtonmeter des Diesel-Aggregats zeigen, was sie können. Das Herausbeschleunigen aus eng gefahrenen Kurven macht richtig Spaß, was vor allem auf das neue Fahrwerk zurückzuführen ist.

Später erfährt man, dass die Opel-Ingenieure enorm viel Zeit auf der Teststrecke verbracht haben, um das Fahrwerk des Astra GTC so zu optimieren, dass die vielen neuen technischen Neuerungen richtig mit einander harmonieren. Apropos Neuerungen beim Fahrwerk. Da der Astra GTC auf einer komplett neuen Plattform gebaut wird, konnte man im Vergleich zum Standard-Astra den GTC um 15 mm tiefer legen und den Radstand um 10 mm sowie die Spur um 40 mm (Vorderachse) bzw. 30 mm (Hinterachse) verbreitern. Außerdem kommt noch eine elektronisch gesteuerte, geschwindigkeitsabhängige Zahnstangenlenkung zum Einsatz. Im Zusammenspiel mit neuer Technik bei der Radaufhängung verfügt der Astra GTC nun über eine direktere Lenkansprache und allgemein ein besseres Handling als seine Vorgänger. Als neuesten automobilen Hightech-Begriff wäre an dieser Stelle „HiPerStrut-Vorderradaufhängung“ zu nennen, die bereits im Insignia OPC zum Einsatz kommt und nun beim Astra GTC zur Serienausstattung gehört. Um dem Fahrer präzise Rückmeldung zu geben, ist der Elektromotor direkt an der Zahnstange montiert und nicht wie sonst üblich unten an der Lenksäule.

Am Ende des Tages kann man nochmal den Innenraum begutachten. Wie bei allen aktuellen Opel-Modellen auch, sind beim Astra GTC Materialauswahl und -verarbeitung wieder hochwertig. Neben vielen Applikationen in gebürsteter Aluminium-Optik wissen vor allem die dezenten Hinterleuchtungen in der Türverkleidung und an der Schalthebel-Armatur zu gefallen. Charakteristisch und serienmäßig ist auch das Sportlenkrad. Für den Astra kann man die Ausführungen Edition und Innovation in verschiedenen neuen Stoffen, Farben und Mustern wählen. Die Farbkombinationen Imola, Rot/Morrocana, Schwarz oder Imola, Schwarz/Morrocana, Schwarz für die Sitz-Mittelbahnen und Seitenwangen harmonieren gut mit den Dekorleisten im Klavierlack-Stil. Zudem wird noch eine weitere Lederausstattungen mit Namen „Dinamica-Schwarz“ erhältlich sein.

Ab Mitte Januar 2012 wird der Opel Astra GTC zu den Händlern rollen. Für das Basismodell mit 1.4-Liter-Benziner und 100 PS werden 19.900 € fällig, der zum Marktstart zunächst einzige Diesel-Motor, der Common-Rail-Turbodiesel 2.0 CDTI mit 121 kW/165 PS, wird ab 25.055 € verfügbar sein.

Trackbacks

  1. […] die Interpretation von Theophilus Chin kann es rein optisch mit Ford Focus ST oder Opel Astra GTC aufnehmen. Gegenüber dem englischen Auto-Magazin “Autocar” verriet Allan Ruschforth, […]

  2. […] wirkt extrem bullig. Insbesondere wirkt der Entwurf wie eine gelungene Mischung aus neuem Opel Astra GTC, dem seligen Opel Astra OPC X-treme und dem neuen Mini Coupé. Von letzterem erscheint die […]

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