Citroen DS4: Designkritik – im Schatten der Göttin

Citroen DS4Französisches Automobildesign darf verallgemeinernd und vorsichtig ausgedrückt als „mutig“ bezeichnet werden. Das Problem: insbesondere auf dem konservativen deutschen Markt hatten es französische Fabrikate nicht immer leicht. Bei Citroen will man nicht braver werden, im Gegenteil. Allerdings wollen die Franzosen an Zeiten anknüpfen, als Automobile von Citroen für Klasse standen. Deshalb hat Citroen den Markennamen „DS“ reaktiviert – von 1955 bis 1975 Bezeichnung für den Citroen schlechthin: „La Déesse“ – die Göttin. Seit dem DS3 soll der Oberbegriff DS eine gewisse Heritage vermitteln und für die stylisheren, luxuriöseren Varianten der Citroen-Baureihen stehen.

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Citroen DS Berline 1971Die Ewig-Gestrigen drehten sich bereits beim neuen Citroen DS3 im Grabe um rümpften schon beim neuen DS3 die Nase: die kultige Oberklasse-Limousine DS, die zwei Jahrzehnte lang dem französischen Automobilbau zu weltweitem Ansehen verholfen hatte, als Namensgeber für einen popeligen Kleinwagen aufgemotzten C3? Aufgeschlossenere Zeitgenossen erkennen darin allerdings eine clevere Strategie – und durchaus ansehnliche neue Modelle. So auch beim seit Mai 2011 erhältlichen Citroen DS4, dessen technische Basis der C4 liefert.

Grundsätzlich schien die Anweisung beim Design des DS4 gewesen zu sein, jedes Designelement mit zusätzlichen Rundungen, Kanten und Schnörkeln zu versehen. Das hat auch hauptsächlich ganz gut funktioniert, Details wie die Betonung des vorderen Radlaufs und schlimmer noch die grobschlächtige Sicke und die „ausgefrästen“ Elemente im Heck wirken zu gewollt, zu aufgesetzt.

Trotzdem ist das Gesamtpackage gelungen, der DS4 wirkt mit seiner Linienführung, den verborgenen hinteren Türen und dem wie eine Glasfront wirkendem Fenster-Arrangement sehr coupé-artig, auch wenn die Seitenlinie im Übergang zum Heck etwas gedrungen wirkt und uns leicht an den alt ehrwürdigen Rover 200 (sicherlich nur ein Zufall) erinnert.

Unser Fazit: der Citroen DS4 ist schick, muss aber ein paar Punkte in der B-Note abziehen. Wer auf Design steht, ist mit der Alfa Romeo Giulietta besser (und günstiger) bedient. Drei von fünf möglichen Style-Punkten im Automobil-Blog-Score.

Der Citroen DS4 startet ab 20.700 Euro für den 120 PS starken DS4 VTi 120 in der Basisausstattung „Chic“. Das obere Ende der Fahnenstange bei den Benzinern markiert der DS4 THP 200 mit 200 PS, der in der Ausstattung SportChic stolze 28.400 Euro kostet. Wer einen Diesel favorisiert, muss zwischen 22.700 Euro für den 110 PS starken HDi 110 und 28.400 Euro für den HDi 165 mit 165 PS hinblättern.

Ärger bei der Bestellung ist allerdings vorprogrammiert. Auf seinen Preislisten mit Stand 1. Juni 2011 warnt Citroen: „Aufgrund von Lieferunterbrechungen unserer Lieferanten, die momentan nicht in der Lage sind, diese zu beheben, sind einige Modelle, Ausstattungen und Farben derzeit nicht verfügbar“.

Weiterführende Links:

Der DS4 auf citroen.de
Test auf autobild.de
Fahrbericht bei Spiegel Online
citroen.de

[Fotos: Citroen]

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