Der schwedische Automobilhersteller Volvo macht mit einer ungewöhnlichen PR-Maßnahme auf sich aufmerksam. In einer Zeit, da die Konkurrenz drauf pocht, die sichersten Autos zu bauen, braucht es außergewöhnliche, ja schockierende Mittel, um aufzufallen und ernst genommen zu werden…
Was Volvo darunter versteht, veranschaulicht eine PR-Meldung der Schweden. Darin wird der Horror-Unfall der Familie Englund thematisiert: eines Nachmittags crasht ein anderer Verkehrsteilnehmer aus heiterem Himmel frontal in den Volvo V70. Langer Rede, kurzer Sinn: die Englunds kommen glimpflich und ohne ernste Verletzungen davon. Wem haben sie das zu verdanken? – Natürlich ihrem sicheren Stück Schweden-Stahl Volvo. Das Ganze kommt natürlich sehr emotional daher (siehe Volvo-Fotos), könnte demnach also funktionieren…




[Via Carscoop und Autoblog.nl]
Nachtrag 14.11.2007: ein in diesem Zusammenhang interessanter Beitrag: Volvo vor Gericht.
































Das erinnert mich ein bisschen an die Benetton Werbung vor vielen Jahren, die auch mit Schicksalen geworben habe. In Blut getünchte Pullis, Aidskranken der Tierversuchen. Das hat am Anfang funktioniert, später dann aber hat es sich ins Gegenteil gedreht – da war Benetton dann zu erfolgreich…
Die Idee ist mir gestern auch gekommen, als ich bei ams tv einen Beitrag über einen schweren Unfall 2005 bei Meerbusch gesehen habe. In einer Baustelle durchbrach ein LKW die mittlere Absperrung, kollidierte mit einem Bus und der Auflieger begrub einen niederländischen Honda FR-V unter sich. Die Fahrerin im Honda hat überlebt.
Aber so wirklich anfreunden kann ich mich mit dem Ausschlachten eines solchen Horrorszenarios nicht. Ist sehr kurz gedacht, finde ich. Was ist, wenn morgen eine Familie in einem V70 ums Leben kommt? Weil das eigene Fahrzeug 3 km/h schneller war, oder das des anderen, oder die Überlappung etwas mehr oder etwas weniger, oder die Fahrbahn nicht ganz so griffig an der Stelle und der Volvo rutscht von der Fahrbahn. Dort steht ein Baum, nicht zwei Meter weiter oder zwei Meter früher, sondern genau dort, wo die Beifahrerseite aufschlägt.
Weil ich ihn gestern mal wieder gesehen habe: Den aktuellen TV-Spot von Renault finde ich dagegen sehr gut und interessant. Da muss einfach zuschauen: http://youtube.com/watch?v=MjPyfWSq7Ug
Also ich finde das gar nicht verkehrt… So lange die Familie damit einverstanden ist und die Qual derjenigen, die leider bei dem Unfall evtl. wirklich schlimm verunglückt sind, nicht im Mittelpunkt steht, ist das doch im Prinzip die beste Werbung. Tatsächlich mal aus dem Leben und nicht einfach irgendwelche Versprechungen.