Neue Auto-Websites, Folge 1: Carmondo.de

Seit wenigen Monaten gibt es mit Carmondo eine viel versprechende neue Auto-Site. Ein Forum gilt ja bereits als Standard und wird soweit ich das sagen kann immer populärer. Außerdem können die Mitglieder auch eigene Fotos und Videos (gut, die Tatsache, dass das Video des Tages der Citroen C4-Werbespot ist, werte ich jetzt einfach mal als unglücklich) posten. Ziemlich interessant ist auch der Konfigurator, der sämtliche Marken umfasst. Bei mir hat er aber leider nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Eine gute Idee ist auch das Blog, auf dem sowohl prominente deutsche Auto-Blogger (wie z.B. Christoph Römer vom AutoBlog) bloggen, als auch die Betreiber der Site. So können ratz-fatz News gepostet und mit den Usern diskutiert werden.

Ich mache mir ja auch jedes Mal den Spaß, mir das Impressum von neuen Seiten anzusehen. Ist immer ganz interessant zu sehen, wer dahinter steckt; sind es Privatleute? Ist es ´ne größere Firma? In diesem Fall hat mein “detektivisches” Interesse zu Tage gefördert, dass der Carmondo-Betreiber die Carmondo GmbH ist. Außerdem könnten sich gewisse Parallelen zu Autovermieter Sixt erkennen lassen. Warum? Einfach mal das Carmondo Impressum mit dem Impressum der Sixt AG vergleichen: sowohl Adresse, als auch Geschäftsführer von e-sixt überschneiden sich.

Dieser subjektive Eindruck verhärtete sich, als ich dort nun von einem “Auto-Expertentreffen” am Boxberg las. Kritische User vermuteten aufgrund der kostenlosen Testmöglichkeit bereits ein Autotreffen mit dem Charakter einer Kaffeefahrt und stellten die Seriosität der Veranstaltung in Frage. Mittlerweile informierte Carmondo aber darüber, dass die Autos von Sixt bereit gestellt würden. Aha, auch eine Form von Marketing. Erinnerte mich im Kleinen an die (wirklich gute!) Opel Astra-Sommertour von Opel und trnd.

Insgesamt also eine interessante neue Auto-Site mit noch nicht ganz definierbarem kommerziellen Hintergrund. Da jedoch mittlerweile viel Marketing von potenziellen Kunden in Online-Foren und Blogs selbst gemacht wird (Stichwort “User Generated Content“), vermutlich keine dumme Idee, eine eigene (beeinflussbare?) Community zu betreiben.

Nachtrag, 14.08.2007: Martin Oetting spricht in seinem Blog von einer Sixt-Kampagne. Martin als Mundpropaganda-Experte findet die Aktion ganz gut. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man die Verbindung zu Sixt nicht besser hätte offen kommunizieren sollen. Außerdem ist es zumindest grenzwertig, User und ihr Postingverhalten in Foren ohne ihr Wissen systematisch zu verfolgen, aufzuzeichnen und für eigene Kampagnen zu nutzen…

Kommentare

  1. Murdock meint:

    Hallo,

    ich habe von Carmondo auch per PN so eine Einladung bekommen und werde mir die Sache einfach mal anschauen. Die Aktion wurde nicht sonderlich clever inszeniert. Die Kommentare sprechen ihre eigene Sprache. Ich bin jedenfalls gespannt, was das wird.

  2. admin meint:

    Klar, auf jeden Fall mitmachen!

  3. Torsten meint:

    Hab leider keine Mail von denen bekommen. Aber hier was gefunden: http://www.connectedmarketing.de/cm/2007/08/carmondo-meinun.html
    Da muss ich meinem Vorredner widersprechen. Sieht nach einer sehr clever inszenierten viralen Aktion aus- Ziel von sowas ist es ja im Gespräch zu sein. Die Rückfragen nimmt man sehr gern in Kauf und die Blogkommentare sind sicher gewollt. Spannungsbogen und so… ;)
    Würde da sofort mitmachen. Sixt ist ja schon eine seriöse Firma…

  4. admin meint:

    Ich glaube man hätte offensiver kommunizieren können, um was es genau geht, wer dahinter steckt und wer den Nutzen aus der Aktion zieht. So wie die Aktion ursprünglich angelaufen ist, hat das Ganze für den ein oder anderen einen schalen Beigeschmack. Wobei man generell sagen muss, dass es nur gut sein kann, wenn potenzielle Kunden die Produkte eines Unternehmens testen können. Da Martin von ConnectedMarketing von einer “offiziellen” Sixt-Kampagne spricht, schafft zumindest Klarheit. Dass man für so eine Kampagne am besten die Leute nimmt (Vorsicht: Exkurs!), die im Netz oder in ihrem sozialen Umfeld den Status eines Experten/Meinungsführers/Multiplikators genießen, ist klar. Auf diese Weise soll positive Mundpropaganda entstehen, die sich im Idealfall exponenziell verbreitet, indem über Sixt und die nicht unbedingt gewöhnliche Test-Aktion über mehrere Stufen hinweg berichtet wird.

  5. Torsten meint:

    Hab mir das Portal mal ganz genau angeschaut. Sieht nich so aus, als wenn Sixt damit Kundenbindung betreiben will. Man bindet ja keine Kunden an eine Marke indem man eine andere versucht zu etablieren. Der Umweg leuchtet mir dann nicht so ein.
    Wieso sollte man dann ein eigenes Portal aufmachen? Sicher um damit auch Geld zu verdienen und einfach mal auf die Communitywelle aufspringen, Erfahrungen sammeln und dann zu verkaufen. Das leuchtet mir eher ein.
    Hab mittlerweile auch noch eine Pressemitteilung gelesen. Da ist die Rede von “Sixt E-Ventures”. Hab den Link gerade nicht da, aber Google hilft da sicher… Was hätte Sixt davon eine Community zu beeinflussen? Sixt ist doch kein Automobilkonzern und vertritt damit nicht nur einen Standpunkt. Die werden sicher auch nicht so dumm sein und Ihre Autos darüber verticken. Denn dann geht sowas sicher schief.
    Hmm, aufzeichnen finde ich in dem Sinne auch nicht für schlimm. Jeder im Internet bewegt sich doch offen und wer in einem Forum angemeldet ist, will doch auch das es jemand liest. In dem Sinne sind doch alle Blogger und Forenuser kleine Exhibitionisten und jeder auf der Welt kann dies nachverfolgen. Und so bekommen sie ja auch was dafür. Bei Google werden wir auch “überwacht” und haben keinen Nutzen davon.
    Bleibe bei meiner Meinung, eine virale Kampagne wird erst dann viral, wenn auch darüber gesprochen wird. Und das wird es erst wenn die leute in bisschen grübeln können…

  6. admin meint:

    Oftmals ist es ja leider so, dass Unternehmen gewisse Trends aufschnappen und unbedingt mitmachen müssen. Ich persönlich glaube nicht, dass Sixt eine Community gründet um sie im Endeffekt nur zu verkaufen. Wahrscheinlich wirklich eher als Marketing-Instrument.

    “Hmm, aufzeichnen finde ich in dem Sinne auch nicht für schlimm. Jeder im Internet bewegt sich doch offen und wer in einem Forum angemeldet ist, will doch auch das es jemand liest. In dem Sinne sind doch alle Blogger und Forenuser kleine Exhibitionisten und jeder auf der Welt kann dies nachverfolgen”
    - ich glaube, da muss man differenzieren. Foren sind ja in erster Linie dazu da, sich auszutauschen und nicht um zwangsläufig sich selbst darzustellen (vielleicht im Gegenteil zu Blogs…). Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass einige User es vielleicht nicht so toll finden, wenn sie und ihre Postings genau verfolgt, analysiert und gespeichert werden.

    “Bleibe bei meiner Meinung, eine virale Kampagne wird erst dann viral, wenn auch darüber gesprochen wird. Und das wird es erst wenn die leute in bisschen grübeln können…”
    - die Grübelei ist vermutlich ein netter Nebeneffekt. ;-) Ich denke aber, dass allein schon die Testfahrtaktion, sofern gut gemacht, Mundpropaganda-Potenzial hat.

  7. Torsten meint:

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