Ein Maserati als Dienstwagen? Ja, das geht! Wir sind den Ghibli Diesel gefahren.

Erstmals in seiner über hundertjährigen Firmengeschichte hat der italienische Sportwagenhersteller einen Selbstzünder ins Programm genommen. Doch wie sportlich kann ein solcher Turbodiesel klingen und taugt dieser schicke Exot auch als Dienstwagen? Italienische Momente mit dem Maserati Ghibli Diesel im Fahrbericht!

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Bei italienischen Autos fallen einen oft kleine schnuckelige Cityflitzer wie der Fiat 500 aber auch rassige Sportwagenbauer wie Ferrari und Lamborghini. Klein und wendig oder laut und mit viel PS – die Italiener wissen wie sie uns um den Finger wickeln. Die Blech-gewordenen Kunstwerke bekannter Autodesigner lassen einen schnell schwach werden und das Herz siegt dann häufig über die Vernunft.

Neben den Kleinwagen und den nicht immer ganz so alltagstauglichen Boliden gibt es aber auch charakterstarke Limousinen mit Emotion. Auf der IAA in Frankfurt präsentierte Alfa Romeo dieses Jahr seine Sportlimousine Giulia Quadrifoglio und wurde dafür von vielen Seiten bestaunt. Doch es gibt noch eine andere Marke, die ebenfalls für Sportwagen bekannt ist. Maserati gehört genau wie Alfa Romeo und Ferrari mittlerweile dem Fiat-Konzern an. Neben dem großen Sportcoupé GranTurismo, dem davon abgeleiteten GranCabrio und Oberklasse-Limousine Quattroporte mit V8-Motoren hat der Autohersteller aus Modena seit 2013 auch den Gibli im Programm. Wem also ein deutsches Premium-Fahrzeug zu gewöhnlich ist und japanische oder britische Autos nicht zusagen, der findet mit dem Ghibli einen temperamentvollen Einstieg in die luxuriöse Maserati-Welt. Eleganz, Einzigartigkeit und Temperament machen den Ghibli zu einem besonderen Auto auf unseren Straßen, das nicht an jeder Ecke zu sehen ist.

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Bisher waren ausschließlich V6-Benzin-Motoren und 3 Litern Hubraum in mehreren Leistungsstufen im Motorenprogramm. Angefangen bei 330 PS bis hin zum Ghibli S mit 410 PS, den es als Q4 wahlweise auch mit Allradantrieb gibt. Die Nachfrage nach Limousinen mit leistungsstarken Benzin-Motoren ist nur sehr begrenzt. In dem Segment ist die Jahresfahrleistung der Kunden oft höher und Diesel-Motoren gefragter. Entgegen aller Traditionen passten sich sogar Jaguar und Porsche diesem Trend an und bieten ihre Modelle wie den neuen XE sowie der Panamera auch mit Diesel-Antrieb an. Auch Maserati entschloss sich dieses Jahr zu diesem Schritt. Erstmals in der Firmengeschichte des Sportwagenbauers gibt es nun auch einen Selbstzünder im Programm.

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Wir haben den Ghibli Diesel genauer unter die Lupe genommen und wollten schauen ob der Exot auch als Dienstwagen taugt. Der V6-Turbodiesel hat wie die Benzinmotoren ebenfalls 3 Liter Hubraum und leistet 275 PS. Klingt erst mal nicht viel, doch ab 2.000 Umdrehungen schieben die 570 Newtonmeter Drehmoment die Limousine ordentlich voran – wenn man denn möchte. Es geht auch brav und effizient vorwärts. Das könnte den ein oder anderen neugierig machen, der viel Wert auf Understatement legt.

Insgesamt fährt sich die Limousine sehr ruhig und komfortabel. Dazu trägt auch das 8-Gang Doppelkupplungsgetriebe vom deutschen Getriebespezialisten ZF bei. Das Getriebe stimmt selbstständig seinen Schaltbetrieb ein. Es erkennt Fahrstil des Fahrers und stellt sich auf die Fahrbedingungen. Der Fahrer kann darüber hinaus über fünf unterschiedliche Schaltprogramme von komfortabel über effizient bis hin zu sportlich wählen. Über große fest stehende Schaltpaddel, die sich hinter dem Lenkrad befinden, kann der Fahrer die Gänge auch manuell wählen. Das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet allerdings derart präzise und schnell, dass ein Eingriff in die Technik eigentlich nicht nötig ist

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csm_agt_oem_pkw_produkt_actor_640__480Eine Besonderheit hat der Ghibli aber noch zu bieten. Diese stammt von einem deutschen Zulieferer und macht aus dem ruhigen V6-Motor per Knopfdruck auf die Sporttaste im Mitteltunnel einen temperamentvollen V8-Sportwagen – zumindest akustisch. Dem Active Sound System der Firma Eberspächer ist dies zu verdanken. In Abhängigkeit von Basisakustik des Motors und verschiedenen Motorkenndaten, die ein Steuergerät ermittelt, wird durch einen Aktor ein neuer Sound generiert.

Zwei dieser Soundgeneratoren befinden sich in der Nähe der beiden doppelflutigen Endrohre und erzeugen ein innen wie außen vernehmbaren satten V8-Sound. Es klingt derart realistisch, dass man vergisst es mit einem Diesel zu tun zu haben.

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Die Limousine hat aber noch mehr zu bieten. Innen erwartet den Fahrer typisch italienisches Flair. Wohin man auch schaut, überall wundervoll verarbeitetes Leder und edle Oberflächen. Das handverarbeite Leder stammt von der bekannten italienischen Ledermanufaktur Poltrona Frau. Oberflächen in Hochglanz, echtem Karbon oder Holz – hier stehen Zahlreiche andere Möglichkeiten zur Wahl. Der Kunde kann aus einer breiten Palette von Farben, Ledersorten und Dekoren wählen und dem Ghibli einen einzigartigen edlen oder sportlichen Charakter verleihen.

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Unser Testwagen mit heller zweifarbiger Leder-Innenausstattung und Holzdekoren geht da eher den eleganten Weg. Zum Vergleich ist auf den folgenden Fotos auch eine Variante mit dunkler Innenausstattung. Die Verarbeitung macht einem sehr ordentlichen Eindruck an dem es nichts auszusetzen gibt. Die Sportsitze sind auch auf längerer Fahrt bequem. Das Armaturenbrett mit einem verbauten 8,4 Zoll großen Touchscreen ist zwar nicht Fahrerorientiert, lässt sich aufgrund der Größe dennoch gut bedien. Einstellungen des serienmäßigen Multimediasystems mit USB-Anschluss und der Bluetooth-Freisprecheinrichtung laufen ebenso über das Display, wie Klima- und Fahrzeugeinstellungen. Die Menüführung ist einfach und klar gehalten, nur leider nicht sonderlich ansprechend. Selbiges gilt für das Navigationssystem. Die Kartendarstellung ist gut aber simpel. Kurz: Sie erfüllt ihren Zweck.

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Auch in der zweiten Sitzreihe ist reichlich Platz und mit 500 Litern Kofferraumvolumen zeigt sich die Limousine als durchaus reisetauglich. Der Verbrauch soll kombiniert bei 5,9 Litern auf 100 Kilometern liegen, was den Gibli auch für Vielfahrer durchaus interessant machen dürfte. Der Durchschnittsverbrauch während unserer Testfahrt wich nicht sonderlich von den Werksangaben ab. Laut Bordcomputer lag dieser bei 6,5 Liter.

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Die Serienausstattung ist insgesamt reichhaltig und mit schlüssellosem Fahrzeugzugang, Regensensor, 2-Zonen-Klimaautomatik und Geschwindigkeitsregelanlage sind einige wichtige Extras immer an Bord. Die Preise des Ghibli Diesel starten ab 65.380 Euro.

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Abschließend bleibt zu sagen, dass der Ghibli unsere Erwartungen übertroffen hat. Ein Maserati muss nicht zwangsläufig unvernünftig sein. Zwar hat dieser italienische Moment seinen Preis, doch ist dieser für ein Luxusauto dieser besonderen Art immer noch auf einem fairen Level. Dafür bekommt man eine einzigartig elegante Mittelklasse-Limousine mit edlem Interieur und guter Verarbeitung. Und der Dieselantrieb macht sogar fast ein Vernunftauto daraus, bei dem Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt.

IMG_0440Update (27.01.2016)

Maserati bietet den Ghibli auch mit Allradantrieb an. Thomas von autogefuehl.de hat sich die Top-Version Ghibli S Q4 genauer angesehen. Seinen ausführlichen Fahrbericht und ein Video-Review in englischer Sprache findet ihr hier.

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Kommentare

  1. Einen Maserati als Dienstwagen hätte auch gerne!

  2. Einen Maserati als Dienstwagen hätte ich auch gerne!

  3. Anonymous meint:

    Man kann es natürlich auch etwas übertreiben 😛

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Maserati Ghibli S Q4 ganze 12,5 Liter. Also: Zusammen mit Listenpreis und Verbrauch kann man einen Maserati Ghibli Diesel als Dienstwagen noch gut rechtfertigen, den S Q4 für die meisten wohl […]

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