Klimaschutz: EU-Auflagen machen Autos um über 1000 Euro teurer

[inspic=275,left,,thumb]Über 1000 Euro mehr für einen Neuwagen. Das besagt die Eilmeldung bei Spiegel Online. Das können zumindest die Ergebnisse sein, wenn die Vorschläge der EU-Kommission durchrechnet. Dies trifft jedoch eher auf Fahrzeuge wie dem BMW X6 zu…Zur Erklärung, wie es zu solchen Zahlen kommen kann: Ziel ist natürlich die Verringerung des CO2 Ausstosses. 2012 möchte die EU den CO2 Ausstoss bei Neuwagen um 19% verringern und einen Schnitt von 120g CO2/km pro Fahrzeug erreichen. Liegt ein Fahrzeug darüber soll eine Strafgebühr von 20 Euro pro Gramm fällig werden, ab 2015 dann 95 Euro pro Gramm. (Platin kostet zur Zeit etwa 1500 Dollar / Feinunze das entspricht ca. 33 Euro pro Gramm)

Aber es gibt auch Ausnahmen. Großen (und schweren) Fahrzeugen billigt man auch einen höheren Verbrauch zu. Allerdings: Doppeltes Gewicht, nur 60% mehr Verbrauch.

Also kommt direkt die Frage, wer wird denn in Zukunft abgestraft? Verbrennt man einen Liter Benzin (wird es ja bald nicht mehr geben, wenn der Preisunterschied zwischen Benzin und Super endgültig abgeschafft wird), erzeugt man 2,3kg CO2. Ein Liter Diesel bringt es hingegen auf 2,6kg CO2. Eine einfache Dreisatzrechnung bringt uns zum Ergebnis: Ein Fahrzeug mit 120g CO2/km verbraucht also im Falle von Benzin 5,22 l/100km und bei der Verwendung eines Dieselmotors 4,62 l/100km. Viel Leistung und hohes Gewicht sind die Hauptfaktoren für den Verbrauch. Jetzt ist die Frage: Wieviel Leistung braucht man? Wie groß muss das Auto sein? Ein Porsche Cayenne Turbo kommt auf 358g CO2/km. Das Fahrzeug kostet derzeit etwas über 108.000 Euro. Ob da eine Strafgebühr die nur einen kleinen Prozentsatz jemanden vom Kauf abhalten wird, der sich das Fahrzeug eigentlich kaufen wollte? Interessant wird es bei den hochmotorisierten Vertreterkombis wie einem Audi A4. Dort wird man wohl auf die kleineren Motorvarianten zurückgreifen. Denn bei einem Anschaffungspreis von ca. 40.000 Euro macht sich eine mögliche Strafgebühr doch bemerkbar.

Fazit: Schwere, leistungsstarke Autos werden abgestraft. Sie werden nicht verboten, niemand wird am Kauf gehindert. Der Exklusivitätsfaktor steigt, die soziale Ächtung bzw. der Neid wird zunehmen. Automobilen Spass (Beschleunigung und Geschwindigkeit) erleben zu dürfen wird teurer und die Vernunft siegt. Die EU geht mit gutem globalen Beispiel voran. Wir als Bürgen haben brav zu folgen. Und die Ölindustrie fackelt jährlich zwischen 150 und 170 Milliarden Kubikmeter Erdgas ungenutzt ab, weil es nicht rechnet. Je nachdem auf welcher Diskussionsebene man sich befindet, muss man sich da doch mal wirklich an den Kopf fassen. Wie wäre es denn mit einem sofortigen Exportverbot für unsere ganzen alten Fahrzeuge, die nach Afrika verschifft werden? Das würde auch effektiv zur Vermeidung des Klimakillers CO2 beitragen…

Kommentare

  1. Bernd meint:

    Erst mal: Sehr guter Artikel! Unsere Bundeskanzlerin jammert, weil es die Autolobby so will. Aber die Regelung der EU ist so einleuchtend und wohl auch gerecht, das der ADAC jubelnd der EU Regel zustimmt. Der Druck der bisher auf die Autoindustrie ausgeübt wurde hat schon BMW dazu gezwungen dieses Jahr sparsamere Modelle zu veröffentlichen. Man sieht ohne Druck bewegt sich in der Branche nichts.

  2. Thomi meint:

    Bisher sind die Autohersteller so ziemlich die einzigen,die sich auch anstrengen! Mal so nebenbei,wie viele Kohlekraftwerke sind den in Planung? Es gibt übrigens Gebiete,auf dem sich ein sofortiges Handeln schneller bezahlt machen kann! Die Waldbrände sind nicht nur ein örtliches Problem,sondern in Sachen CO2 ein weltweites! Wenn man bedenkt,das diese Brände bis zu 25% des jährlichen Co2 Ausstosses betragen kann,dann frage ich mich warum die Herren (und Damen) Politiker dieses Gebiet noch nicht in die Prioritätenliste aufgenommen haben! Vielleicht weil die meisten Brände von Spekulanten gelegt wurden,um dann auf der Asche Hotels und was weiss ich noch was zu bauen?

  3. Rob meint:

    Man könnte ja argumentieren, dass Waldbrände eine neutrale C02 Bilanz haben, weil ja ein regenerativer Brennstoff genutzt wird. Für unseren Lebensstil brauchen wir gewaltige Mengen an Energie. Und je nach Lage können eben keine Wasserkraftwerke genutzt oder riesige Windparks angelegt werden (Mal von der Geräuschentwicklung abgesehen). Solarenergie eignet sich auch nur beschränkt. Mehr als 1kW/qm ist nicht drin. Die Sonne leistet nicht mehr. Das ist auch gut, sonst würde es uns nicht geben. Gezeitenkraftwerke sind auch nett. In den Bergen nicht umzusetzen und lange Stromleitungen führen zu hohen Verlusten. Bleibt also die “saubere” Kernenergie, bedenklich hier die Endlagerung der verbrauchten Brennstäben und das Risiko welches von einem Störfall ausgeht. Bleibt also nur die Verfeuerung von fossilen Brennstoffen um den Energiebedarf zu decken. Und von welchem Energiebedarf reden wir eigentlich? Es geht nicht darum ein Haus mit Solartechnik und Erdwärme unabhängig vom Stomnetz zu machen. Der riesige Energiebedarf entsteht indirekt durch unseren Konsum. Konsum an Produkten die eine lange Herstellungskette durchwandern und energetisch sehr aufwendige Prozesse verlangen, wie z.B. die Gewinnung von Silizium, ohne das kein Produkt mit elektronischen Schaltkreisen auskommt. Oder durch Luxus wie der Flug in den Urlaub. Die Autosteller strengen sich exakt so an, wie es gerade erforderlich ist, wenn es sich nicht anders vermeiden lässt. Autohersteller sind Wirtschaftsunternehmen, die als Hauptaufgabe haben den Gewinn zu maximieren. Wie jedes Wirtschaftsunternehmen. Der Konsument verlangt immer komplexere Produkte, die aber dann noch “grün” sein sollen. In anderen Ländern, z.B. China verlangt der Konsument einfach nur Produkte und zwar um jeden Preis. Das ist ja auch verständlich, mit welcher Begründung könnte man also z.B. China den industriellen Fortschritt verweigern. Und so kann man den Kühen, der Schwerindustrie, den Endverbrauchern, den Waldbrände, den Autos oder auch den Pflanzen die Verantwortung zuschieben. Wenige Leute sind in der Lage die vollständige globale Verkettung zu verstehen. Oder wollen sie verstehen. Leichter ist es sich auf seine Argumentationsinsel zurückzuziehen und Gleichgesinnte zu finden, die ins gleiche Horn stossen. Meine Meinung ist, dass es innerhalb der nächsten Jahre zur absoluten Katastrophe kommen wird, denn die Menschheit hat sich in eine Sackgasse manövriert. Es gibt keine Hoffnung auf eine effektive Lösung und man muss für jeden Tag dankbar sein, an dem es noch möglich ist ungestraft Fahrdynamik erleben zu können. Daher freue ich mich auch so, dass es bald die Corvette ZR1 geben wird. Das ist wenigstens ein konsequentes und ehrliches Produkt.

  4. Wie Stasi in der DDR
    wird Umweltschutz der Bürger Herr:
    Erst mal erpresst und abgezockt,
    was kleine Bürger kaum noch schockt.

    Danach stellt Umweltsünder schnell
    man einfach unter Kuratel.
    Es folgt medialer Scheiterhaufen,
    dann darf’ste ins Gefängnis laufen.

    Das Geld von dir wird eingesackt,
    paar Jährchen kriegste draufgeknackt.
    Sei froh, daß du wirst nur geschröpft,
    denn früher hätt’ man dich geköpft.

    Was können wir dagegen machen?
    Nix hilft, kein Weinen und kein Lachen,
    nix CDU und SPD -
    vielleicht die parteidervernunft.de?

    Vielleicht die GRÜNEN oder LINKEN?
    Doch die tun auch nach Stasi stinken.
    Und andere mit brauner Soße?
    Verfassungsschutz steckt in der Hose!

    So zahl dich krumm und bucklig weiter,
    denn das stimmt die da oben heiter.
    Und haste nix mehr in der Hand,
    dann lebste halt vom Flaschenpfand.

    Konrad Fischer
    Parteienschmähkritiker

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